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Errungenschaften

Heute wollten wir endlich unter den Kran und die Windex und das Ankerlicht im Topp inspizieren. Zuerst schäkelte ich die oberen Relingsdrähte ab und spannte diese schräg nach unten auf die Mittelpütting. Mich störte schon die ganze Zeit die Tatsache, dass das Unterliek der Genua I gekniffen wurde. Ich hoffte durch die Diagonialspannung der Reling der Genua genügend Raum zu bieten, so dass sich das Unterliek sauber und straff spannen ließ.

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Rasalhague an der (Führungs-)leine
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Sorgleine und Führungskarabiner

Die zweite Neuerung sollten die Sorgleinen werden. Heike maß zweimal rund 18m des guten schwarzen Tauwerks ab. Das sollte für die 15m-Box reichen. In der Ersatzteilschublade hatte ich mehrere Karabiner gesehen. Ich nahm drei und knotete diese an die Führungsleine. Diese klinkten wir dann mit dem Mittelkarabiner an den Bugkorb. Die anderen beiden klinkten wir auf die Sorgleinen, die von den Pollern aus an Backbord und Steuerbord entlang bis zu den Dalben geführt wurden. Ich startete den Motor, Heike warf die Bugleinen auf die Pier und ich zog uns an den Heckleinen langsam zurück bis wir bei den Dalben waren. Dort zog ich dann die Sorgleinen fest und verknotete sie ordentlich. Danach zog ich das Boot mit einem kurzen Pull zurück und Heike klinkte den Karabiner am Bugkorb aus.

Mit leichter Fahrt wollten wir zum Kranplatz, doch unterm Kran lagen mehrere Boote und wir entschlossen uns daher dann doch etwas raus zu fahren und zu segeln. Beim Drehen klappte der Propeller wiedermal nicht auf, es ist wirklich zum Verzweifeln. Doch bevor ich mit dem Heck mittig in der Steuerbordseite der Bellatrix festmachte, klappte er dann doch auf. Meine Badehose und die neue Taucherbrille hatte ich ja schon an Bord. Vielleicht sollte ich das heute auch noch gleich erledigen.

straffes Unterliek dank abgeschlagener Reling
straffes Unterliek dank abgeschlagener Reling

Draußen vor dem Hafen setzte Heike das Groß, bevor ich mich mit dem Genua auf die Back machte. Eigentlich war ja gar kein Segeln geplant, deswegen war kein Vorsegel angeschlagen. Der Wind reichte noch nicht mal für 2 Knoten Fahrt aus, doch als ich die Genua hochgewinscht hatte, nahm die Rasalhague Fahrt auf und wir glitten mit fast 4 Knoten aus der Bucht. Die Genua stand deutlich besser und das Unterliek war schön frei. So erkannten wir auch, dass der Holepunkt zu weit vorne war.

Wir segelten mit Kurs 120 auf Laboe zu. Steuerbord achteraus kam ein anderer Segler auf und blieb etwa in einem Abstand von einer halbe Kabellänge an unserer Steuerbordseite. Er hatte eine Selbstwende- oder eine Arbeitsfock als Vorsegel angeschlagen. Da das Boot etwa gleich groß war, hatte er es entweder besser getrimmt oder die Rumpfform war weniger bauchig. Je höher wir an den Wind gingen, desto eher konnten wir mithalten. So entstand ein kleines Kopf-an-kopf-Rennen, das aber durch eine notwendige Wende beendet wurde. Wir segelten weiter den Tonnenstrich entlang aus der Förde raus. Inzwischen hatte der andere Segler wieder aufgeholt und folgte uns 20m achteraus im Kielwasser. Als Kurshalter fuhr ich gerade weiter, aber der Aufkommer kam immer näher ran. Heike und ich wurden etwas nervös. Der Skipper der anderen Yacht sah uns durch seine Segel nicht. Ich entschloss mich zum Manöver des letzten Augenblicks und fiel vom Wind ab. Im Abstand von gerade mal fünf Meter passierte die andere Yacht an Backbord. Ich rief sie an und bat darum, sie mögen etwas mehr an den Wind gehen. Innerlich fluchte ich aber wie ein Rohrspatz “unseemännisch . . . Sonntagssegler . . . ” Gleichzeitig stellte sich mir die Frage, ob der überhaupt einen Sportbootschein hatte. Da tauchte der Skipper aus der Kabine auf, guckte und gab energisch Anweisungen. AHA! Naja . . . es ist ja nichts passiert.

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Auslaufen zur Nachtregatta
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da müssen wir durch…

Auf dem Weg zurück schafften wir kaum mehr als 2,3 Knoten. Aber die reichten aus, uns in eine echte Bredouille zu bringen. Mit einem Mal kamen rund 50 Segler aus Schilksee und liefen alle Kurs Kiel Lighthouse – uns also entgegen. Ich fühlte mich etwas wie ein Geistersegler, der nicht mitbekommt, dass er in die falsche Richtung segelt. Einer, der dicht an unserem Heck passierte – und es waren wieder nur ein paar Meter – sagte uns dann, sie würden alle zur Nachtregatta raus segeln. OHA! Nachtsegeln . . . das klingt sehr aufregend. Aber wir waren auf dem Heimweg und bargen kurz darauf die Segel um mit dem Motor die letzten Meter zu machen.

In der Gasse unserer Box anglangt, kuppelte ich die Maschine aus und mit Restfahrt glitten wir auf die Box zu. Ohne Schraubenstrom war die Ruderwirkung auch bei Hart Steuerbord nicht so groß und so dengelte ich mit dem Bugkorb gegen den Dalben. Heike versuchte noch uns wegzudrücken, bekam aber ihren Fuß dazwischen, was sehr schmerzhaft war, Gottseidank aber nichts ernsthaftes. Dann klinkte sie uns in den Mittelkarabiner und wir legten die Heckleinen über die Dalben. Das Boot blieb schön mittig in der Box.

SO MACHT ANLEGEN SPASS!

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