Letzte Arbeiten vor dem Sommertörn

Der Sommer ist fast vorbei, zumindest den Temperaturen nach zu urteilen, aber unser Urlaub steht erst noch vor der Tür. Apropos Tür, hier galt es ja noch was zu bauen. Die Toilette an Bord der Rasalhague ist zum Salon hin durch eine Falttür getrennt, d.h. man kann sich etwas Intimsphäre schaffen. Muss ja nicht alles jeder mitkriegen. Aber die Vorpiek ist bisher offen. Mmmh . . . nicht so schön. Wenn wir vor Anker liegen und einer nachts aufs Klo muss, bekämen die Lütten in der Vorpiek das mit . . . DAS soll nicht so sein. Heike wollte schon was mit Vorhang oder dergleichen machen, aber ich bin der Meinung, wenn dann schon richtig ordentlich. Nix halbes. Also hab ich mir die vorhandene Falttür angeschaut und kam schnell zum Schluss, dass ich das leicht nachbauen könnte. Daher bin ich in den Baumarkt gefahren und hab mir das nötige Material besorgt: Holz, Stangenscharniere, Leisten, Holzleim, Messingnägel, ein Bohrscharnier und natürlich die Holzlasur in Mahagonietönung. Zuhause machte ich mich in der Garage auf meiner noch nicht optimal hergerichteten Werkbank an die Arbeit. Auch noch ein Projekt, das ich mal angehen muss.

Glücklicherweise brauchte ich nicht viel Platz, denn die Werkbank ist eher noch eine Ablagefläche
Glücklicherweise brauchte ich nicht viel Platz, denn die Werkbank ist eher noch eine Ablagefläche
ein Doppelelement ist schon mal fertig
ein Doppelelement ist schon mal fertig

Die Bretter hatte ich mir im Baumarkt zurecht sägen lassen, denn ich hätte mit Sicherheit nicht einen so exakt geraden Schnitt hinbekommen. Je zwei Bretter verband ich mit einem Stangenscharnier an der schmalen Hochkantseite und brachte anschließend die Zierleisten auf. Es soll ja nach etwas aussehen und außerdem der anderen Falttür angeglichen werden. Nachdem ich das erste Doppelelement fertig hatte, folgte das Schleifen. Gottseidank hatte Heike in ihrem Werkzeugfundus (ihrer ist um einiges größer als meiner!) eine Schleifmaus. Damit ging das recht zügig, auch wenn es furchtbar staubig wurde. Das Ergebnis ließ sich sehen, keine Ecken und scharfen Kanten, alles glatt und abgerundet. Sehr schön! Also hab ich nach dem Vorbild des ersten Elementes noch ein zweites Element gefertigt und diese zum Schluss mit dem dritten Stangenscharnier verbunden. Würde die Tür tatsächlich aufklappen oder hakte irgendetwas? Nein . . . sie lässt sich wunderbar öffnen. Ich hab eine Tür gebaut . . . ich bin . . . Bob, der Baumeister.

sieht doch schick aus ...
sieht doch schick aus …
... fehlt nur noch die Farbe
… fehlt nur noch die Farbe

Nachdem ich die Tür und die Leiste für die Aufhängung dann mit Mahagonielasur  bepinselt hatte, wurde ich doch etwas unsicher . . so rot war doch unser Salon nicht, oder? Ach egal. Die Farbe sollte mich nicht stören, und wenn doch . . . dann hatte ich ja für die Zukunft ein neues Projekt. An Bord angekommen war ich mir dann sicher, die Farbe war meilenweit daneben. Hatte ich so ein schlechtes Gedächtnis? Oder spielte mein Verstand mir einen Streich? Vielleicht WOLLTE ich ja ein Salon in Mahagonie und mein Hirn verwechselte Tatsache und Wunschvorstellung . . . nun ja, zu mindest harmoniert die neue rötliche “Mahagonie”-Falttür mit dem nussbraunen Holz des Interieurs.

Vorpiek ist dicht und die Intimsphäre ist jetzt auch in die Richtung gewahrt
Vorpiek ist dicht und die Intimsphäre ist jetzt auch in die Richtung gewahrt
seegangstaugliche Zurrung, da klappert nichts mehr
seegangstauglich gezurrt, da klappert nichts mehr

Vor drei Wochen hatte ich bei einem Metallbauer einen Haltebügel für die Steuersäule  in Auftrag gegeben. Ich hoffte, er würde mit der Skizze, die ich angefertigt hatte, ein passables und vor allem PASSENDES Ergebnis abliefern. Heute morgen rief er mich dann an und sagte, ich könne den Bügel abholen. Ich war sehr gespannt auf das Stück. Im Baumarkt kaufte ich mir dann gleich die passenden Relingfüsse mit rechteckiger Bodenplatte. Beim Metallbauer angekommen, bewunderte ich den Bügel. Oh ja . . der würde sich sehr gut an Bord machen. Also fuhr ich zum Hafen und machte mich an die Montage. Ich schraubte das Kompassgehäuse ab, löste die Verkabelung der Kompassbeleuchtung und stellte dann den Kompass erstmal beiseite. Jetzt kam der spannendste Moment . . . hatte ich die Bohrlöcher in der Metallplatte richtig ausgemessen? Waren diese auch nicht zu klein? Ich legte die Platte auf die Steuersäule und . . . JA, alle vier Bohrlöcher lagen über den Gewindegängen der Steuersäule. Ich setzte den Kompass auf seine alte Position, schloss zuvor noch die kleine Lampe wieder an und verschraubte dann den Kompass mit der Säule, nur das jetzt die neue Halterung für den Bügel dazwischen war. Danach steckte ich den Bügel von oben durch die Öffnungen in der Platte und steckte ihn dann unten in die Füsse . . . mmmh, nur wie rum sollte ich die drehen? Eigentlich hatte ich erwartet, das es nur eine Weise geben wird, aber der Bügel hatte etwas Spiel, da der Metallbauer die Durchführung in der Platte leicht größer gemacht hatte.

So?...
So?…
...oder so?
…oder so?

Wenn da so viel Spiel drin war, dann müssten ja auch die runde Füsse gehen, die einen breiteren Rand hatten. Also packte ich die rechteckigen Füsse wieder ein und fuhr zum Baumarkt und tauschte die gegen die runden Füsse. Ja, das sah schon viel besser aus.

...nein so!
…nein so!

Ich bohrte das Holz vor und füllte die Löcher mit Uniflex-PU, damit später keine Feuchtigkeit eindringen konnte und das Holz aufquellen und faulen ließ. Danach schraubte ich den Bügel mit den super teuren VA4-Schrauben fest. Anschließend zog ich die Justierschrauben fest und wackelte am Bügel . . . SEHR STABIL. Aber mir ging es ja eigentlich nicht um den Halt! Ich hatte da was anderes im Sinn. Bisher hatte ich die Halterung für das Tablet am Heckkorb befestigt, allerdings war das beim Steuern nicht wirklich eine Hilfe, da man immer wieder zur Seite gucken musste. Also brachte ich die Halterung jetzt am Bügel an. Je nachdem wer steuert – Nils ist ja noch etwas kleiner – kann man das Tablet eher seitlich oder ganz oben befestigen. So hat jeder die Karte im Blick und kann trotzdem frei nach vorne gucken. Und mit der Front- und Rückenkamera können wir uns dann auch noch beim Segeln filmen . . . darauf bin ja schon echt gespannt!

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jetzt hat auch der Steuermann die Seekarte im Blick
... und mit dem Fenster für die Kamera können wir dabei auch noch filmen
… und mit dem Fenster für die Kamera können wir dabei auch noch filmen

 

 

 

 

 

 

Als Letztes nahm ich mir mein Dauerproblem vor . . . die Frischwasseranlage. Ich hatte ja letztes Wochenende festgestellt, dass die grösste Menge in der Bilge aus dem Frischwasserbehälter kam. Nachdem ich den Vorrat leergepumpt hatte, schraubte ich den digitalen Wasserzähler ab und wickelte nochmal drei schichten Teflonband um das Gewinde. Wollen doch mal sehen, ob das jetzt dicht ist. Also füllte ich den Tank und kontrollierte . . . MIST, da stand schon wieder eine kleine Pfütze in der Trockenbilge unter dem ganzen Gezumpel. Ich tastete das ganze Konstrukt ab und fühlte am T-Stück stetig Wasser tropfen. Aha, also doch noch Schellen, die nicht fest genug sind. Ich wurschtelte etwas herum, zog an dem Schlauch um besser an die Schellen zu kommen und sah zu meiner völligen Verblüffung einen kleinen Strahl aus einer Schelle beim Rückschlagventil der Leitung zur Fusspumpe rauspieseln. EYYY! Also auch diese Schelle festgezogen und nochmal kontrolliert. Nach über einer Stunde hatte ich die Leckage endlich behoben. Nun füllte ich den Wassersack weiter, waren doch bisher keine 120 Liter drin. Auf der Uhr des Wasserzählers las ich knapp 90 Liter ab, als oben das Wasser schon aus dem Einfüllstutzen rausspritzte. In der Vorpiek sah ich den Grund dafür. Ich hatte beim Einbau der Anlage den alten Querbalken eingesetzt, der nun den Sack am weiteren Ausdehnen hinderte. Dann sah ich auch, dass der Druck nicht nur das Wasser nach oben beförderte, sondern auch aus dem Wasserhahn ins Waschbecken. Ich minderte den Druck indem ich zwei Liter abpumpte und dann war aber auch wirklich alles dicht.

Jetzt muss ich nur noch das Ankerlicht und die Windmessanlage instandsetzten, dann kann ich die Rasalhague endlich uneingeschränkt einsatz- und seeklar melden!

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Wochenendtörn nach Marstal

Freitag: Die Vorhersage meinte es gut mit uns. Nachdem zwei Tage kräftiger Ostwind auf Schilksee stand, sollte der Wind abflauen und auf West drehen. Ich bereitete alles am Boot soweit vor und kaufte Proviant für zwei Tage ein. Aus dem Internet hatte ich mir auf den Laptop ein Navigationsprogramm geladen, dass über eine serielle Schnittstelle Daten vom GPS-Gerät verarbeiten kann und unsere Tour aufzeichnet, quasi ein Plotter oder digitales Logbuch. Zu dumm, dass mein Laptop keinen seriellen Port hat, nur USB, zu neu . . .  also schaute ich noch beim Elektrofachhandel nach einen Adapter USB-seriell und einen Multisocket für den 12V Zigarettenanzünder, denn neben dem Laptop musste auch die Kühlbox mit Strom versorgt werden. Die Route hatte ich am Vorabend auf dem Tablet mit der Nav-App geplant und dann die Wegpunkte manuell in die Plottersoftware des Laptops übernommen. An Bord schloss ich den Laptop an das GPS-Gerät an und stellte die Kommunikation her. Nicht ganz leicht, aber dann klappte es. Anschließend lud ich die Wegpunkte vom Laptop zum GPS-Gerät hoch. Jetzt konnten wir auf dem GPS-Repeater in der Instrumententafel über dem Niedergang den Weg und die Entfernung zum nächsten Wegpunkt ablesen.

Gegen fünf holte ich Heike ab und wir düsten zurück zum Hafen. Inzwischen hatte der Wind spürbar nachgelassen, da er aber später auf West drehen und wieder stärker werden sollte, entschieden wir uns für die Arbeitsfock. Kurz vor sechs liefen wir aus. Heike war auf der Back soweit fertig – die Fender waren verstaut, die Segel klar zum Setzen – als der Schwell uns erfasste und sich die Rasalhague hob und senkte. Puuh, das geht ja gut los. Die Segel gingen hoch und wir machten gleich 4,2 kn. Irgendwer legte aber dann den Windschalter um, der Wind flaute ab, wurde unbeständig und drehte und schon dümpelten wir. Für die weitere Fahrt nach Damp ist hier mal ein Auszug aus dem Logbuch:

1836 – λ 54°26,05’N φ 010°11,39’E – Kurs 050, Fahrt 3,8 kn. Wind frischt aus Westsüdwest auf. Segeln unter Schmetterling mit A-Fock und GS. Die Frischwasserübernahme vom Mittag hat wieder zu einer vollen Bilge geführt. Trotz Teflonband ist das Gewinde am Wasserzähler noch undicht.

1856 – λ 54°26,66’N φ 010°12,44’E – Kurs 050, Fahrt 1,7 kn. Für den Schmetterling reicht der Wind nicht mehr, sind wohl zu dicht unter Land. Wind dreht weiter auf Westnordwest. Kursänderung auf 010. Der Halbwindkurs bringt wie erwartet mehr Fahrt, bis zu 4,7 kn, aber er bringt uns auch ab vom Track. Mmmh, dann eben abkürzen.

1920 – λ 54°27,76’N φ 010°12,80’E – Kurs 010, Fahrt 1,5 kn. Bülk wirft seinen Windschatten. Müssen mehr Abstand zum Land gewinnen. Wir werden mit Kurs Nordnordwest auf die Stollergrundrinne zu laufen um dann Kurs auf Damp abzusetzen, den wir in einem Schlag laufen können. Der Seegang ist ruhiger geworden, kein Hack mehr nur noch Schwell.

Damp
Kurs auf die offene See, soweit uns der Wind trägt….oder nur nach Damp

1947 – λ 54°29,49’N φ 010°12,05’E – Kurs 345, Fahrt 4,5 kn. Rückdrehender Wind auf West nimmt stetig zu. Kreuzsee durch Windsee aus Eckernförder Bucht und Schwell aus Ost. Unangenehm. Sind wieder auf dem geplanten Track. Neuer Kurs 300. Nehmen bei Hart am Wind an Fahrt auf. Boot hat bereits 30° Krängung nach Steuerbord, zunehmend, leider. Heike berichtet über Wasser, das aus der Bilge auf die Bodenplatten schwappt. MIST. Hatte gehofft, dass das Anziehen der Kielbolzen etwas bewirkt.

1952 – Stollergrund-Süd an Stb querab, Abstand 3 Kabel.

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man beachte den Horizont!

1959 – λ 54°30,35’N φ 010°09,20’E – Kurs 300, Fahrt 6,0 kn. Kursänderung nach Steuerbord auf 315. Boot liegt bei Hart am Wind 45° auf der Steuerbordseite.

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2136 – λ 54°34,91’N φ 010°02,01’E – Kurs 315, Fahrt 5,8kn. Stehen querab vor der Hafeneinfahrt Damp, noch eine Wende, dann unter Motor rein.

2140 – Sonnenuntergang, Positions- und Dampferlicht angeschaltet. GS und A-Fock geborgen. Kurs und Fahrt nach Sicht.

2155 – Boot in Damp festgemacht, Steg L, Box 22.

Damp 2
Die erste Nacht auf dem Boot

Kaum hatten wird das Einlaufbier auf geploppt, fing ich schon an zu schnibbeln. Trotz der späten Ankunft wollten wir noch etwas Warmes essen. Jetzt würde sich zeigen, ob der Gaskocher nicht auch noch eine tickende Zeitbombe war. Mit gehörigem Respekt entzündete ich das Gas, kniff die Augen zusammen . . .  und alles war ok. Keine Explosion! So zauberte ich noch Spaghetti Bolognese und wir aßen dies bei einem leckeren Rotwein. Die Überfahrt hatte schonmal gut Eindruck gemacht. Vorallem in der Bilge, aber dem Problem wollte ich mich am nächsten Morgen widmen. Um halb eins verkrümelten wir uns in die Schlafsäcke.

Samstag, 08:15 Uhr: Aufstehen und Frühstücken. Mit Schrecken stellte ich fest, das sowohl Laptop als auch Tablet so gut wie entladen waren. Dann kam auch schon der Hafenmeister und kassierte. Auf die Frage, ob die nicht einen Leihsocket hatten, riet er uns das Nachbarboot zu fragen. Glück! Die hatten zwei und konnten uns einen leihen. Mit dem USB-Netzstecker vom Nachbarboot luden wir das Tablet über die 220 Volt Wechselstrom-Steckdose, die nur bei Landanschluss funktionierte, während der Laptop über den Zigarettenanzünderstecker mit 12 Volt Gleichstrom von der Batterie des Bootes geladen wurde. Wenigstens eine elektronische Navigationshilfe sollte die Überfahrt nach Marstal gewährleisten. Oder doch nur mit Papierkarte? Na, erstmal war die Bilge dran. Während Heike an Land war, schöpfte ich das Wasser aus der Bilge. Das hatte sich schön über sechs Abteilungen verteilt und maß rund 20 Liter, es schmeckte aber süß. Mmmh, dann hatte sich wohl das Wasser aus der Vorpiek nach achtern verteilt. Wir würden sehen, wie viel Wasser bei der Überfahrt nach Marstal eindringen würde. Ich war eigentlich guter Dinge, da wir bei Westwind hauptsächlich mit raumen Kursen fahren würden, sprich weniger Krängungen.

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altersschwache Mastrutscher

1133 – λ 54°34,95’N φ 010°01,58’E – Auslaufen. Stark ablandiger Westwind. Müssen erst ein Stück unter Motor rauslaufen, bevor wir auf Gegenkurs gehen um die Segel zu setzen. Ach herrje . . . beim Segelsetzen stellten wir fest, dass jetzt auch der zweite obere Mastrutscher gebrochen war. Der obere war gebrochen, als wir nicht bemerkt hatten, dass das Großfall noch an die Want gebunden war, damit es nachts nicht an den Mast schlug. Naja, an der Stelle ist das vielleicht nicht so schlimm und wir können dennoch segeln.

Bild 3
vorsorglich schonmal den Dannebrog an die Flaggleine gebändselt

1145 – λ 54°34,97’N φ 010°02,22’E – Kurs 070, Fahrt 5,1 kn. Unter Schmetterling mit A-Fock und GS. Kurze Überlegung, ob wir doch das Groß ins erste Reff nehmen sollten. Bei von achtern einfallenden Böen mit 6, selten 7 Bft erreichen wir kurzfristig schonmal 7 kn. So lange sich das Boot aber halten lässt, brauchen wir nicht zu reffen.

1156 – λ 54°35,25’N φ 010°03,95’E – Kurs 065, Fahrt 6,5 kn. Schmetterling lässt sich nicht mehr fahren, daher auf ostnordöstlichen Kurs bis Sperrgebietstonne an Backbord querab ist.

1206 – λ 54°35,81’N φ 010°05,40’E – Kurs 090, Fahrt 6,6 kn. Ostkurs mit Schmetterling, da wir sonst ins Sperrgebiet kommen. Wellenhöhe jetzt bei gut einem Meter.

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im Hintergrund ist noch deutlich Damp zu erkennen

1215 –  Sperr-G.Tn “Schönhagen 4″ an Bb querab, Abstand 1 Kabel.

1224 – λ 54°36,42’N φ 010°07,91’E – Kurs 038, Fahrt 6,6 kn. Boot krängt wieder mit 30-40° nach Steuerbord. Heike kontrolliert die Bilgen, nur wenig Wasser. Beruhigend. Dann kam gestern das Gros des Wassers tatsächlich vom undichten Wasserdurchgangszähler.

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neuer Geschwindigkeitsrekord!

1231 – λ 54°37,06’N φ 010°08,75’E – Kurs 035, Fahrt 7,1 kn. Wind wird in Böen recht heftig. Mit Mühe das Boot noch vor einer Wende abgehalten. Wellen nehmen zu. Inzwischen sind das 1,5m. Gelegentlich überlagen sich zwei Wellenberge, dann ist das noch mehr, vielleicht sogar 2m, schwer zu schätzen. Vereinzelt brechen Wellen, die meisten sind jedoch nicht steil genug. Bevor eine Welle von hinten ins Boot reinläuft, hebt sie die Rasalhague schön hoch und wir “surfen” quasi ein Stück mit. Dann schlingert das Boot, aber die Bewegungen sind recht weich. Müssen nach Steuerbord halsen um nicht zu weit vom Track abzukommen.

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1237 – λ 54°37,02’N φ 010°09,64’E – Kurs 110, Fahrt 5,8 kn. Nochmal gehalst um wieder auf Track zu kommen. Stehen etwas südlich davon. Neuer Kurs 045.

1432 – λ 54°44,19’N φ 010°21,86’E – Kurs 050, Fahrt 4,9 kn. Wind hat auf WSW gedreht und ist auch bei raumen Kurs sehr heftig. Rasalhague will immer wieder anluven. Wenn eine Welle das Boot unterläuft, ist der Effekt deutlich stärker.

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endlich mal auf Backbordbug

1447 – λ 54°45,38’N φ 010°23,07’E – Kurs 118, Fahrt 5,8 kn. Stehen inzwischen wieder 6 Kabel nordwestlich vom Track. Müssen erneut halsen um Aerø nicht zu weit westlich anzulaufen. Hatten an Backbord 3 Kabel voraus einen Segler, der mit Sicherheit auch nach Marstal unterwegs ist. Da er nur unter Großsegel fährt, kann er mehr vorm Wind fahren.

Bild 51456 – λ 54°44,99’N φ 010°24,63’E – Kurs 040, Fahrt 6,7 kn. Stehen jetzt 5 Kabel südöstlich vom Track und können auf altem Kurs jetzt direkt die Ansteuerung von Marstal ansteuern, das durch die Werftkräne deutlich ausgemacht werden kann. Der Segler von vorhin hat jetzt gut eine Meile Vorsprung.

1609 – λ 54°50,48’N φ 010°32,90’E – Kurs 032, Fahrt 5,8 kn. Wellenhöhe wieder deutlich unter 1m. Vor der Ansteuerungstonne tummeln sich jetzt einige Segler, alle mit Bergen der Segel beschäftigt, auch der von vorhin. Die Fahrrinne ist etwas eng und der Wind kommt mehr von Backbord als von vorne. Heike zum Bergen der A-Fock auf der Back. GS lassen wir stehen und fieren nur den Baum auf, damit der Druck weg ist. Unter Motor in das Fahrwasser.

1616 – λ 54°50,91’N φ 010°32,40’E – Kurs 320, Fahrt 4,5kn. Im Fahrwasser noch einen langsameren Segler überholt. Sind jetzt das erste von fünf Booten, die rein wollen.

1625 – λ 54°51,35’N φ 010°31,71’E – Kurs 317, Fahrt 3,8 kn. Eine größere Yacht setzt an Backbord an uns vorbei, drehen daher erst kurz vor der Gefahrentonne am Fahrwasserknick nach Backbord auf 290. Heike zum Bergen des GS auf der Back.

1628 – λ 54°51,41’N φ 010°31,39’E – Kurs 175, Fahrt 3,5 kn. Die Yacht vor uns will glücklicherweise gar nicht nach Marstal, sondern in die nördliche Ansteuerung abbiegen um ins Archipel zu fahren. Passieren Molenköpfe Fischereihafen.

1638 – Freien Liegeplatz an der Brücke 4 ausgemacht. Anlegen klappt aber erst im zweiten Anlauf, da uns der Wind beim Andrehen glatt weggedreht hat. Mit Maschine zurück brauche ich da nicht erst anfangen.

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Glück gehabt, noch ein freies Plätzchen ergattert

1705 – Boot hat in Marstal festgemacht, Brücke 4, Liegeplatz . . . mmmh, hat keine Nummer . . . und UUUUH, hat auch keine Wassertiefe. Das Echolot pendelte zwischen 0,0 und 0,1m. Gut, also kein Ballast aufnehmen, hatten wir auch nicht vor. Vielleicht hilft lenzen. Ich guckte in die Bilge und fand nur eine kleine Pfütze. Nicht der Rede wert. Mmmh, hatte das Anziehen der Kielbolzen doch etwas gebracht? Der erste Besucher war natürlich der Gehilfe des Hafenmeisters, der 160,- DKK für den Liegeplatz und Strom wollte. Heike ging derweil in den Ort und organisierte einen Socket, damit wir unsere Elektronik über Nacht aufgeladen bekamen.

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“Parkplatzgebühr”
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sehr idyllisch hier und traumhaftes Wetter

Nach uns kamen noch ein paar andere Boote, aber nicht alle wurden eines Liegeplatzes fündig. Wir hingegen machten uns ein nettes BBQ mit unserem Bordgrill. Erst am nächsten Morgen sah ich ein Schild, dass das Abspritzen der Boote (wegen Wassermangel) und das Grillen an Bord (wegen Funkenflug) verbietet. Nun ja, mit diesem genialen Grill entsteht ja kein Funkenflug . . . und gemeckert hat auch keiner. Aber zukünftig werden wir lieber auf Reede grillen. Dann schlug ich noch die Arbeitsfock ab und holte die Genua III raus. Der Wind sollte ja Sonntag abnehmen.

Sonntag, 06:15 Uhr: Bin vom Möwengeschrei wachgeworden. War aber gut so, denn wir wollten den Wind noch nutzen. Nach der tollen Überfahrt gestern bei 20kn Wind waren heute nur 8-10 Knoten vorhergesagt. Wenig berauschend. Nach dem Frühstück bereite ich das Boot soweit vor, während Heike den geliehenen Socket dem Optiker zurückbrachte. Hilfsbereite Leute hier. Tablet und Laptop waren vollgeladen. Wir machten uns klar zum Auslaufen und zogen Schlechtwetterzeug an, denn heute wurde Regen unterwegs erwartet und es sollte kälter werden.

0756 – Leinen los. Der Wind hatte soweit nachgelassen, dass der Bug nicht mehr rumgedrückt wurde, also ging das entsprechend ruhig ab. Raus aus dem Yachthafen, an der Werft vorbei auf Nordkurs und dann nach dem kleinen Fischereihafen gleich nach Steuerbord in die Fahrrinne eingeschert. Erst hinter der Ansteuerungstonne setzen wir die Segel und stellten dann enttäuscht fest, dass die 8 kn Wind nur mit viel Vorstellungskraft da waren. Mit 2,4 kn die 27sm bis Schilksee? Schließlich packten wir die Genua III wieder ein und nahmen die Genua I. Dabei fuhr Heike “Fahrstuhl”, denn die Back hebt und senkt sich besonders stark, wenn die Wellen gegenan kommen. Viel besserte sich nicht. 2,8 bis 3,1 kn. Mehr war nicht drin, dabei kam der Wind aus Südsüdost. Eigentlich ideal für unseren Kurs von 210. Andere Boote “zogen” förmlich an uns vorbei, aber das lag bestimmt nicht am Segeltrimm, denn die hatten teilweise weniger Segel gesetzt, als wir es hatten. Bei denen half  wohl der Diesel. Ich hatte gehofft, dass mir eine solche Situation ersparrt blieb, da ich ja SEGELN wollte und nicht Wasserquirlen, aber ich gab mich geschlagen und machte den Motor an. Mit gesetzten Segeln und wummernder Maschine lagen wir bei 5,5 bis 5,8 kn. Heike holte aus dem Ankerkasten den schwarzen Kegel und hängte diesen an das Spi-Fall und zog ihn hoch. Die meisten Segler machen das ja nicht, weil sie ihr Vorfahrtsrecht einbüßen, aber ich finde das ziemlich albern. Das ist so, als ob ein Caravan-Fahrer bei einem Verbotsschild für Wohnmobile so tut, als ob sein Gefährt nur ein PKW wäre.

1115 – λ 54°42,82’N φ 010°26,32’E – Kurs 200, Fahrt 6,3 kn. Der Wind muss aufgefrischt haben, denn die gesetzte Genua unterstützt den Motor ganz offensichtlich. Wir laufen einen halben Knoten schneller als noch vor einer halben Stunde. Auch krängt das Boot immer wieder stärker. Also Motor abgestellt und getestet. Fahrt fiel nicht unter 5,3 kn. Gut so! Dann kann der Kegel auch wieder in den Ankerkasten.

1138 – λ 54°40,96’N φ 010°24,84’E – Kurs 206, Fahrt 5,1 kn. Die Krängung liegt wieder bei 30-35° nach Steuerbord. Kontrolle der Bilge ergibt aber nur wenig Wasser. Das Festziehen der Kielbolzen hat was gebracht, da bin ich mir jetzt sicher.

1158 – λ 54°39,54’N φ 010°23,59’E  – Kurs 210, Fahrt 4,2 kn. Nach dem Abstellen des Motors ist noch ein Summen zu hören und eine ganz leichte Vibration zu spüren: Dreht die Welle etwa frei mit? Die ist doch fest mit dem Motor verbunden . . . mmmh. Heike schlug vor, den Motor zu starten und kurz einzukuppeln und wieder auszuschalten. Gesagt, getan und tatsächlich, Geräusch und Vibration waren verschwunden. Merkwürdig.

1225 – λ 54°38,14’N φ 010°21,90’E  – Kurs 217, Fahrt 3,1 kn. Inzwischen regnet es leicht. Der leicht warme Südwind hatte bereits Wellen von etwa 1m aufgebaut. Kein Vergleich zu gestern, aber gegenan ist das schon anstrengender, denn das Boot wird nicht von der Welle unterlaufen, sondern es bäumt sich mit der ersten und zweiten Welle auf, bevor es in die dritten Welle hart eintaucht. Hack eben.

1243 – λ 54°37,11’N φ 010°20,59’E – Kurs 203, Fahrt 3,2 kn. Wind lässt spürbar nach.

1302 – λ 54°36,92’N φ 010°20,34’E – Kurs 218, Fahrt 1,7 kn. Motor an, nachdem der Wind seine Arbeit wiedermal eingestellt hat. Hat ja kein Sinn, 7 sm vor Kiel-Lighthouse zu verhungern. Unter Motor wieder mit 5,5 kn. Hab seit Stunden eiskalte Füße, hoffentlich erkälte ich mich nicht.

1427 – λ 54°30,04’N φ 010°14,35’E  – Kurs 201, Fahrt 5,2 kn. Unter Motor. G I geborgen.

1455- λ 54°27,61’N φ 010°13,18’E – Kurs 196, Fahrt 5,4 kn. Tablet ist inzwischen nach sieben Stunden aus. Das hätte ich mal unterwegs lieber ausgeschaltet. Hinter Stollergrund ist eine unbetonnte flache Stelle mit nur 2m Wassertiefe. Bei Südwind sind das sicher auch mal weniger, also wollte ich da nicht drüber. In der Plottersoftware war diese nicht eingezeichnet . . . überhaupt fehlten da Wassertiefen. GROSSES MANKO! Dann die Seekarte herbei. Heike gab mir den Peilkompass und ich peilte der Reihe nach Bülk, Friedrichsort und zuletzt Laboe. Dann checkte sie die Peilung in der Karte und gab mir den Daumen hoch. Die Untiefe lag östlich von uns. Heike barg jetzt auch das Großsegel und hatte das Boot vor dem Einlaufen fast so schon Seeklar zurück.

1535 – Boot hat in Schilksee festgemacht. Steg 9, Box 731 – Rasalhagues eigene Box. Eben Sachen auf die Pier gestellt und dann noch ein Einlaufbier gezischt.

Ein toller Törn, auch wenn das heute nicht so dem Segelfeeling zugetragen hat, der Samstag war umso besser!

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Eine neue Frischwasseranlage . . .

Der Sommertörn nähert sich und es stehen noch einige Verbesserungsprojekte aus. Da wollte ich natürlich nicht untätig sein. Insbesondere ärgerte mich ja noch die Frischwasserversorgung, da bisher nur die Fusspumpe in der Nasszelle betriebsbereit war. In der Pantry kam hingegen kein Wasser an. Ich hatte da so meine zwei Hauptverdächtigen: Die Tauchpumpe oder der Bilgenpumpenschalter, auf den ja die Frischwasserpumpe geschaltet ist. Einer von beiden war der Spielverderber, da war ich mir inzwischen sicher.

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sieht eigentlich gar nicht so klein aus, passen dennoch nur 60 Liter rein

Da mir der bisherige Tank zu klein war, stand die Entscheidung schnell fest, die gesamte Anlage austauschen: neuer Tank, neue Pumpe, am besten auch neuer Schalter. Nachdem das bestellte Material endlich eintraf, machte ich mich gestern an den Ausbau des alten Tanks. Ich baute die Koje in der Vorpiek auseinander um an den Tank ranzukommen, aber zunächst musste ich ihn ja erstmal leeren. Also wieder pumpen. Ich kam mir vor wie auf einem Stepper. Als er endlich leer war, kappte ich die Schläuche und zog den alten Tank endlich raus. Dann musste ich die Tankhalterung ausbauen, die ein Verrutschen des alten Tanks verhinderte. Allein dadurch würde der neue Tank rund 10cm nach oben hin gewinnen.

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noch hat der Wasserzähler kein “Sichtfenster” im Holz

Als nächstes baute ich mir ein System aus Wasserzähler, Rückschlagventil, T-Stück und Anschlüssen für Fusspumpe und elektrische Wasserpumpe. Nach der gefühlten 25. Schelle – bei jeder zwickt man sich, also ich zumindestens – hatte ich das System hochkant platziert. Schon merkte ich, dass das mit dem Schlauch sehr bescheiden war . . . ZU KURZ! Nach kurzem Überlegen und Probieren wollte ich schon ein neuen Schlauch besorgen, ließ das Gerödel los und – OH WUNDER – es legte sich von allein in eine ebenfalls akzeptable Position. Warum nicht LIEGEND einbauen? Dann muss die Pumpe auch nicht “bergauf” ansaugen.

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sieht klein aus, aber hat doppelt soviel Volumen!

Jetzt kam der neue Tank dran. Den legte ich in die Mulde und bändselte ihn vorne und hinten am Holzgestänge fest, damit er nicht rutschte. Noch schnell die Schlauchverbindung festgeschellt – Schelle 26 – 29 – und danach flutete ich den flexiblen Tank, zunächst mit nur 5 Liter. Erst mal gucken, ob alles dicht ist. Zwischen dem Wasserhahn auf der Pier und dem Schlauch hatte ich einen zweiten Wasserzähler installiert um genau zu wissen, wie viel Wasser denn nun schon gebunkert wurden. Nach 5 Litern drehte ich den Hahn ab. Der Wassersack war dicht, aber würde die Pumpe auch Wasser bekommen? Also trat ich in die Pedale. Das Geräusch klang nicht gut . . . und es kam auch kein Wasser, sondern nur Luft. Mmmh, vielleicht sind 5 Liter auch zu wenig. Ich ließ weitere 15 Liter einlaufen und versuchte es erneut. Es kam Wasser, aber es kam auch immer noch Luft. Dann erkannte ich das Problem. Der Ablauf aus dem Frischwassertank verlief zunächst nach unten um dann ein Stück nach oben geführt zu werden, bis er durch das Schott in die Abteilung mit dem Wasserzähler und der elektrischen Frischwasserpumpe gelangte. Dort verlief der Schlauch wieder abwärts. Wenn der Wassersack nun voll lief, dann senkte er sich weiter ab und somit vergrößerter er sozusagen das Gefälle. Je mehr Wasser im Tank war, desto höher wurde aber auch der Druck. Also ließ ich weitere 20 Liter in den Tank. Wollen doch mal sehen, ob das dadurch besser wird . . . JA, das sah schon deutlich besser aus! Jetzt wollte ich den Wasserzähler an Bord kontrollieren. 40 Liter waren im Tank, also mussten auch 40 Liter auf der Anzeige des Wasserzählers abzulesen sein, wenn ich den Tank leer gepumpt hatte. Ich pumpte mit dem Fuss und drehte mir die Anzeige zurecht . . . mmmh, etwas feucht. Ein genauer Blick und ich sah, dass in der Trockenbilge das Wasser etwa einen Zentimeter hoch stand. HERRJE, warum war das denn nicht dicht? Ich taste den ganzen Apparillo ab und stellte fest, dass an drei Stellen Wasser raus tröpfelte. Es waren natürlich die Schellen, also zog ich sie fester. Damit endete der erste Montagetag.

Heute früh wurde ich von dem Gedanken wach, dass die Vorpiek unter Wasser stand. Es waren ja immer noch ca. 40 Liter im Wassertank.  Ich machte mich kurz nach 6 Uhr morgens auf zum Boot, denn Kontrolle ist ja bekanntlich besser als die Ungewissheit, was alles sein könnte. In der Vorpiek angekommen, fand ich sie schon mal trocken vor. BERUHIGEND. Allerdings stand das Wasser jetzt 4 cm hoch in der Trockenbilge. Also den Tank leer pumpen und alles nochmal auseinander nehmen. Nachdem ich die 40 Liter außenbords gepumpt hatte, zerlegte ich das Konstrukt mit dem Rückschlagventil. Hier war die undichte Stelle, denn hier fehlten Dichtungsringe. Bei hohem Druck sind die auf jeden Fall sinnvoll. Also fuhr ich zum Baumarkt und holte mir Dichtungsringe. Tja, hätte ich mir doch mal das Rückschlagventil genauer angesehen. Bei dem Teil nutzen Dichtungsringe wenig, da das Wasser dennoch vorbei strömt. Das Innengewinde geht nahtlos in die Ventilkammer über, da kann ein Dichtungsring nichts abdichten. MIST!

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Na, jetzt sieht das doch gut aus

Aber so wollte ich nicht aufgeben. Wenigstens etwas musste erledigt werden. Ich schloss die Pumpe an die Stromversorgung an. Nachdem ich ALLE Schellen so fest gezogen hatte, dass da auch ja kein einziger Tropfen – und sei er auch noch so klein –  durchsibbt, füllte ich den Wassertank mit 50 Litern. Dann schaltete ich den Bilgenpumpenschalter auf manuell und betätigte den Wasserhahn, der einen eingebauten Schalter für die Stromzufuhr der Pumpe hat. Es surrte vernehmlich . . . und nach ein paar Spotzern hustete der Wasserhahn einen einigermaßen satten Strahl ins Spülbecken der Pantry. WIR HABEN FLIESSEND WASSER! Meine Freude hielt aber nur kurz . . . Der  Wasserschwall wurde immer wieder unterbrochen und Luft kam mit aus der Leitung. Die Pumpe sog Luft aus der Leitung der Fusspumpe. AH! Daher kommt zu wenig Wasser an und daher kommt auch Luft in die Leitung. Ich betrachtete meine Konstruktion und kam zum Schluss, dass direkt nach dem T-Stück je ein Rückschlagventil eingebaut werden müsste. Dennoch entschloss ich mich jetzt den Volllasttest durchzuführen. Ich füllte den Tank auf 70 Liter. Kontrolle . . . Alles im grünen Bereich. 90 Liter . . . OHA . . . in der Trockenbilge standen jetzt schon 5 cm.

Na gut, da muss ich erst noch einen anderen Weg finden. Vorerst brach ich das Ganze ab und leerte den Tank. Bei 90 Litern im Tank erzeugte die Pumpe einen richtig satten Strahl in der Pantry. Eigentlich wollte ich das so laufen lassen, aber nach einer Weile musste ich dann doch wieder auf die Fusspumpe umsteigen – oder, hey, ich hab ein Fitnessgerät an Bord . . . einen Stepper. Ich bin mit Sicherheit kein Klempner, aber . . .

MIT TRIAL AND ERROR GEHT ES AUCH!

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Bei 5 – 6 Bft im ersten Reff . . .

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Das Großsegel im ersten Reff

Für Montag wurde Wind erwartet, und zwar nicht zu knapp: 6 bft, in Böen sogar 7! Das wollte ich natürlich nutzen . . . mal nicht so ein Dümpeln wie am Samstag. Heike war das erst etwas gewagt, aber nach meinem Vorschlag, mit kleinem Tuch und gerefften Groß zu segeln war sie dann auch überzeugt. Am Nachmittag sollte es zum Abend hin eh abflauen. Also fuhren wir nach Schilksee und bereiteten die Rasalhague auf ihre Fahrt vor. Ich zeigte Heike, wie die Reffleine durch das erste Reffauge geführt wurde und band mit ihr das Segel an den Baum. Am Vorliek ist auf der Steuerbordseite des Großsegels noch eine Lasche mit einem D-Ring, den hängten wir in den Haken und fertig war das Groß gerefft. Als Vorsegel wählten wir die Selbstwendefock. Auch die war schnell ausgelegt und dann ging es auch schon raus. Es war zehn nach sechs.

 

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schöner Twist im Groß und auch in der Fock
6,4 kn Fahrt über Grund

Da wir ablandigen Wind hatten, befürchtete ich in der Gasse ganz schnell auf die Dalben gedrückt zu werden, aber auch hier halfen uns die Sorgleinen. Heike klinkte uns aus, hielt aber die Führungsleine noch fest, so dass ich soweit es eben ging nach Achtern ziehen konnte. Im Hauptweg sah es dann schon etwas anders aus: hier pfiff der Wind ordentlich auf das Wasser und kräuselte die Oberfläche. Kaum das Rasalhague ihre Nase rausstreckte, drückte der Wind uns auch schon nach Backbord. Wie gut, das wir da auch hin wollten. Ich erhöhte die Fahrtstufe um die Steuerfähigkeit zu behalten. Nachdem Heike das Oberdeck aufgeklart hatte und wir etwas unter Motor rausgefahren waren, drehte ich in den Wind und Heike setzte das Groß. Trotz Fahrt voraus gierte das Boot immer wieder aus dem Windsektor raus. Dann ergriff der Wind Besitz vom Boot und drückte den Bug gleich rum. Die Fahrt konnte ich schlecht erhöhen, denn dann wären wir glatt auf den Steinwall der Außenmole gefahren. Also drehte ich ab und ließ Heike ans Ruder. Erstmal sollte sie ein Gefühl für das Boot bei starkem Wind bekommen. Schließlich setzte ich dann die Fock bei Wind von Steuerbord. Bei dem kleinen Segel geht das gerade noch.

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da wird die Back schon mal nass . . .
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wieder in meinem Element . . .
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hinter der Sprayhood blieb man trocken
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oder auf der Leeseite

Die großen Schräglagen blieben aus, gerade mal 20-30°, dafür stellte Rasalhague einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf: 6,4 kn über Grund. Zwar hielt das Tempo nur wenige Sekunden, aber es zählte. In gerade mal 40 min. hatten wir Bülk umrundet und waren auf dem Weg zur Stollergrundrinne. Der Wind drehte und kam jetzt mehr aus der Eckernförder Bucht, so dass wir abfallen mussten. Da der Wind aber hier einen längeren Fetch hatte, sahen wir uns nicht mehr nur mit 30 – 50 cm hohen Wellen konfrontiert, sondern mittlerweile waren das Wellen von etwa einem Meter Höhe. Die Rasalhague hob ihren Bug über die Wellen um dann mit der Nase in die nächste oder übernächste einzutauchen. Mehrfach spritze das Wasser hoch . . . DAS HATTE ICH VERMISST!

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Rasalhague taucht in eine etwa 1m hohe Welle ein

Eckernförde vertagten wir dennoch und machten kehrt. Auf dem Weg zurück kam die Wellen von Steuerbord Achtern und brachten das Boot zum Schlingern. Gar nicht so leicht, den Kurs dabei zu halten. Aber hinter Bülk drehte der Wind in der Strander Bucht wieder und das Schlingern hatte ein Ende. Um Schilksee zu erreichen, mussten wir kreuzen. In der Mitte der Bucht reichte der Wind noch für 6 kn, aber weiter zum Land hin fiel er rasch ab und wir fuhren nur noch mit 4 bis 5 kn. Der letzte Schlag brachte uns vor die Hafeneinfahrt und Heike barg die Segel, erst die Fock dann das Groß. Das Einlaufen war wieder einmal entspannt, denn jetzt halben wir schon richtig Routine. Um neun war das Boot seeklar zurück und wir . . .

KLAR ZUM EINLAUFBIER

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Wir lagen vor Madagascar . . . und hatten ein Spinnaker am Mast

Brütende Hitze hat sich in den letzten Tagen überall breit gemacht. Und wir mussten für unseren SRC-Kurs lernen. Da es zuhause einfach unerträglich heiß war, flüchteten wir zunächst zum Leuchtturm Holtenau und setzten uns dort in den Biergarten. Hier im Schatten der Bäume und bei aufkommender Brise ließ es sich aushalten und man konnte lernen. Der Wind frischte auf und meine Sehnsucht, da jetzt auch zu segeln wurde größer und größer. Kurzerhand rief ich Matthias an und fragte ihn, ob wir unsere Privatstunde auf das Boot verlegen könnten. “Klar, ich bin eh in Schilksee.” Also zahlten wir und machten uns auf den Weg zum Boot.

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Die Roßbreiten können auch nicht schlimmer sein

Um drei dort angekommen, staunte ich nicht schlecht, denn einige sprangen von ihrem Boot ins Hafenwasser. Auch hier war es brütend heiß. Ich spannte die beiden Relingwindschutzplanen als Sonnensegel über die Plicht und so konnten wir im Schatten mit Matthias etwas lernen. Um vier verabschiedete er sich und wir machten das Boot Klar zum Auslaufen, denn draußen ließ es sich bestimmt bei Wind besser aushalten. Die Windfinder-App sprach von 10-12 kn Wind, also schlugen wir die Genua III an. Die Rasalhague glitt aus der Box und wir schipperten aus dem Hafen . . . um festzustellen, das die App aber SOWAS VON DANEBEN lag. Vor unsern Augen ließ der Wind merklich nach und im Nu war ENTENTEICH. So brüteten wir auf dem Wasser und sangen mehr belustigt als frustriert mit Santiano “. . . um uns ist nur Wasser, Wasser, Wasser und wir haben nichts zu trinken . . .” .DSC_0005

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Heike “rudert” – oder wozu war nochmal das Ruder da?

Heike versuchte noch durch abwechselnde Ruderlagen uns “voranzupaddeln”, aber auch das half nicht viel. Ihr Stoßgebet ans Universum, wir mögen endlich Wind bekommen, wurde hingegen erhört. Ein laues Lüftchen rührte sich und uns reichte es für 2,5 kn. So kreuzten wir langsam auf das Fahrwasser zu. Dabei zeigte sich die neueste Verbesserung an den Unterwanten als erfolgreich. Bisher war das Vorsegel recht schwer von einer Seite auf die andere zu schoten, denn das Schothorn mit den Schäkeln blieb gerne mal an der vorderen Want hängen. Im Internet hatte ich Segelschoner gesehen – Plastikhüllen, die über den unteren Meter der Wanten gestülpt werden – allerdings waren die unverschämt teuer. Im Baumarkt gibt es 2m DSC_0007lange starre Isolierrohre für gerade mal einen Euro, die tun es doch bestimmt auch. Am Donnerstags kaufte ich eins und sägte es in zwei Hälften und schlug die Wanten ab, stülpte die Rohrhälften drüber und spannte die Wanten erneut. Und tatsächlich . . . da das Rohr etwas größer als der Durchmesser des Drahtseils ist, hat das Rohr Spiel und kann sich drehen. So rutscht das Segel leichter vorbei und weder Segel noch Want nehmen Schaden. Da ich das aber erst testen wollte, hatte ich nur ein Rohr gekauft und merkte nun, das die Oberwant auch ein Rohr vertragen konnte. Also muss ich mir nächste Woche wohl noch eins kaufen. Auf jeden Fall zeigte es sich beim gestrigen Segeln als ernorme Erleichterung.

Inzwischen am Fahrwasser angekommen, enterte ich auf die Back und schlug den Spinnaker samt Bergeschlauch ans Spi-Fall. Das bißchen Wind war genau richtig um das Handling zu üben. Anfangs war ich noch etwas ratlos, denn mir war noch nicht ganz klar, wie der Bergeschlauch das Segel freigeben würde. Dann bemerkte ich, dass da einfach zwei Leinen fehlten. Wie gut, dass wir in der Heckbackskiste noch Leinen hatten. Ich schlug eine Leine am Kopf des Bergeschlauchs an, mit der der Bergeschlauch hochgezogen werden konnte. Dann schlug ich noch eine Leine quasi als Bergeschlauchniederholer an, mit der das Spinnakersegel wieder im Sack verschwinden sollte.

Als nächstes hängte ich den Spi-Baum am Mast ein, klinkte den Toppnanten und den Spi-Baumniederholer ein und übergab an Heike, die zunächst das Vorsegel barg und dann die freigewordenen Vorschoten – auch wieder erst nach etwas Rätseln – über den Spi-Baum an das Spi anschlug. Wie gesagt, das Handling muss eben geübt werden. Wenigstens war durch die farblichen Markierungen klar, was Schothorn und was Hals beim Spi war. Dann legte ich noch die zwei Barbaholer aus – bei Spinnakern liegt der Holepunkt rund einen Meter außerhalb des Bootes – und das hintere Ende der Schoten wurde schließlich über die Barberholer und die Umlenkrollen am Heckkorb wieder auf die Winsch geführt.

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Oben könnte das Spi noch einen Meter aus dem Schlauch . . .
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. . . aber dennoch machten wir wieder richtig Fahrt

Wir waren klar zum Setzen des Spinnakers. Heike zog an der Leine, die den Bergeschlauch hochzog, was allerdings etwas mühselig war. Bis auf den letzten Meter gelang es ihr, dann ging aber nichts mehr. Vermutlich ist es besser, die Leine im Bergeschlauch laufen zu lassen, statt außerhalb. Wie gesagt, das Handling muss geübt werden. Der Spinnaker entfaltete sich und Rasalhague “machte einen Satz nach vorne”. Schon segelten wir mit 4 kn, statt mit 1,5 kn. Eigentlich wollten wir dann noch mit dem Spinnaker auch gleich das Halsen üben, was ja auch nicht ganz unkompliziert ist. Aber da bereits Gewitterwolken aufzogen, bargen wir Spi und Groß und liefen wieder in Schilksee ein. Dank der Sorg- und Führungsleine wurde das Anlegen sogar ein super entspanntes Manöver.

Die Lernfortschritte von Heike und auch mir waren in den letzten Wochen enorm, so dass ich inzwischen sehr gelassen dem Sommertörn entgegen sehe, . . .

DAS MACHEN WIR NÄMLICH MIT LINKS :)

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