Endlich Ansegeln . . .

Die Wettervorhersage für das Wochenende war nicht sehr berauschend. Regen und fallende Temperatur. Ich stellte mich also eher auf ein gemütliches Wochenende ein und erwartete Heikes Rückkehr also sehr entspannt. Ihren ersten Anruf am Samstagmorgen überhörte ich auf Grund von Tiefschlaf. Den zweiten Anruf vernahm ich dann . . . “Bin am Leuchtturm, es ist herrlichstes SEGELWETTER!”

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nach sechs langen Monaten das erste Mal wieder draußen . . . was für eine Wohltat

Dennoch frühstückten wir in Ruhe und machten uns dann gegen Mittag rüber zum Boot. Schnell und routiniert hatten wir das Boot klar zum Auslaufen vorbereitet. Die Genua I war an die Reling gebunden, die Schoten angeschlagen – jedoch noch die alten gelben, denn die Schnappschäkel der weißroten Schoten passten nicht ins Schothorn – die Seeventile waren geöffnet, die Persenning war vom Baum und sogar die Heckflagge war gesetzt – etwas, was wir schon mal gerne vergaßen. Das Ablegen verlief bilderbuchmäßig. Der Wind war mäßig, sollte aber auch noch abnehmen. Mit uns lief ein Laser aus und zog einfach backbords an uns vorbei. Da ich so nicht andrehen konnte und einen Entgegenkommer nicht gefährden wollte, drehte ich über Steuerbordbug um 270° in den Wind. Der Entgegenkommer war durch und wir hatten freie Fahrt um das Groß zu setzen. “Heiß das Großsegel!” Heike war wieder in ihrem Element. received_10209570558885911Auf der Back fühlte sie sich einfach wohl. Kurz danach setzte sie noch die Genua und kam dann wieder zu mir hinter in die Plicht. Der Ostwind reichte immerhin für durchschnittliche 4kn. received_10209570555965838Ein Stückchen raus lag eine Regattabahn, die gerade Schauplatz eines Rennens war. Da waren Boote, nicht viel größer als die Rasalhague, jedoch neuer und schnittiger. Auf ihnen turnten sechs bis acht Besatzungsmitglieder rum, gut eingespielt. Und wie schnell die das Spinnaker gesetzt hatten. Mmmh, nicht schlecht. Irgendwie bekam ich ja auch Lust, mal eine Regatta mit zu segeln. Aber später, viel später.

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Segeln – was gibt es schöneres?

Wir kreuzten bis zum Fahrwasser der Kieler Förde und beschlossen dann, allmählich umzukehren, denn es war noch empfindlich kalt im Schatten und wir wollten es auch nicht übertreiben. Auf dem Rückweg nahm der Wind dann auch wie vorhergesagt ab. Ein anderes Segelboot kam von Achtern auf und blieb an Steuerbord keine zehn Meter neben uns dümpelnd liegen. Wir trieben dahin und kamen dabei dem Regattafeld wieder näher. Auch die hatten gerade mit der Flaute zu tun.received_10209570554125792 Der schwache, bzw. eher kaum wahrnehmbare Wind drehte mal wieder  und ich erwartete schon bald wieder eine Zunahme. Inzwischen kennt man sein Revier. Im Nordwesten war eine dunkle graue Regenwolke, die nicht sehr behaglich aussah. Nach einer Viertelstunde trat genau das ein. Der Wind hatte auf Nordnordwest gedreht und nahm schnell zu. Mit der großen Genua hatten wir aber auch gefährlich viel Tuch draußen. Schon zeigte das GPS 3,5kn an (die Logge ist ja noch nicht fertig angeschlossen), dann waren es schon 4,7kn und die Krängung nahm zu. Mit über 5kn und 40° Krängung nach Backbord jagten wir wieder Richtung Schilksee. Jetzt fielen auch noch kräftige Böen ein. Die Back kam ins Wasser, das war mehr als 45°! Das GPS zeigte 6,2kn über Grund an und ich konnte nur mit Mühe die Rasalhague auf Kurs halten. received_10209570558965913Die Böen wurden immer heftiger und nachdem erneut die Back ins Wasser kam, ließ ich das Boot in den Wind schießen. Safety first! Wir standen vor dem Südhafen und Heike enterte auf die Back um die Genua zu bergen. Allerdings riss der Wind das Boot rum bevor Heike soweit war und ich musste zwangsweise halsen. Dann beim zweiten Versuch nahm ich den Motor dazu, damit ich das Boot auf Kurs halten konnte. Nachdem auch das Groß unten war, tuckerten wir in den Nordhafen und legten wieder an. Beim Seeklar zurück gab es dann noch eine schöne Überraschung. WASSER IN DER BILGE! Ich schluckte. ‘Jetzt schon? UND SOVIEL?’ Ich sah mich schon in der nächsten Woche in die Werft verlegen. “Sag mal, warum ist denn das Wasser so blau?” fragte Heike, die die Bilge kontrollierte, während ich noch mit der Persenning zu Gange war. “Blau? Nicht rostig?” ich überlegte, dann stöhnte ich vor Erleichterung auf! “Ja, natürlich . . . als ich den Impeller kontrolliert habe, ist mir ziemlich viel Kühlwasser in die Bilge gelaufen, bevor ich eine Pütz zu Hilfe nahm und im Kühlwasser war immer noch etwas Frostschutzmittel drin. Und nach dem Zusammenbau des Impellers hatte ich nicht alle Bilgen kontrolliert. Das muss sich jetzt bei der Krängung verteilt haben.” PUUUH, doch nicht die Naht! Aber wir werden das ab jetzt scharf kontrollieren. Sicher ist sicher!

Statt einem Einlaufbier gab es dann ein schönes Abendessen beim Italiener. Man, hat uns das Segeln gefehlt! Jetzt endlich fühlt es sich wieder richtig gut an!

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neue Logge, neue Windmessanlage . . . und ein Schock

Inzwischen bin ich ja nicht mehr so überrascht, wenn irgendwas nicht klappt, denn bisher hat ja meistens NICHTS auf Anhieb funktioniert. Aber mit etwas Erfahrung ist das alles nicht so wild. Heike und ich hatten darüber gesprochen, dass wir versuchen wollten, so viel wie möglich selbst zu lösen. Bei der Elektrik verließen mich aber langsam meine Kenntnisse, meine Geduld und obendrein meine Nerven. Daher wollte ich jetzt ein Profi ran lassen. Die Polster sollten auch neu gemacht werden. Also bestellte ich für kommenden Freitag mal ein Bootspolsterer ein. Und dann war da noch das Oberdeck. Der Anti-Rutschbelag sah schon nicht mehr schön aus, denn an einigen Stellen waren Risse und Abplatzer drin. Da der Ankerkasten einen mit Teak beklebten Deckel hat und Teak eh sehr schön aussieht, war die Wahl recht leicht. Ich wollte mir mal einen Kostenvoranschlag für einen Teakbelag auf dem Laufdeck holen. Also nahm ich Kontakt zu einem Bootsbauer auf und verabredete ganz schnell einen Termin.

Bis er eintraf wollte ich mich an die Verkabelung der Logge und der Windmessanlage machen. Letztere hatte ich bereits verkabelt, doch ein vernünftiger Datensatz wurde nicht angezeigt. Ich vermutete, dass das alte Datenkabel eine Fehlerquelle seien könnte und verband daher das Kabel aus dem Mast direkt mit dem Display – das Kabel ist ja lang genug. Aber auch hier wollte kein brauchbares Ergebnis herauskommen. Von daher vermute ich den Fehler nun beim Stecker oben im Topp. Möglicherweise ist der doch etwas locker verbunden. Und so musste ich die Fertigstellung wieder vertagen.

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Ein Blick in die Backskiste – Das Loggeberkabel kommt hinter dem Verteiler hervor. Oben erkennbar, der neue Wassereinfüllstutzen – noch ist hier kein Schlauch angebunden
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unter der schönen Decke kamen die Kabel zum Vorschein, nur ein weiteres Kabel zu verlegen war gar nicht so leicht

Bei der Verkabelung der Logge stieß ich erneut auf Probleme. So leicht, wie ich mir das vorstellte, lässt sich das Kabel nicht verlegen. Inzwischen habe ich es bis in die Backbordbackskiste verlegt, doch die Demontage der Innenverkleidung über der Pantry half nicht weiter. Um ins Kajütdach zu kommen, muss ich auch noch Sprayhood, Traveller, Dachlukengarage und Instrumentengehäuse abbauen. UFF! Und obendrein ist es dann wahrscheinlich auch noch 20cm zu kurz, aber da es sich um ein einfaches Koaxial-Kabel handelt, sehe ich keine großen Schwierigkeiten, da eine Verlängerung im Baumarkt zu finden.

Dennoch gab es noch andere Baustellen im Bereich Schiffselektronik und -elektrik, weshalb mir ein fachkundiger Profi ratsam schien. Die Starterbatterie ist ja recht schwach auf der Brust, denn außer dem wiederholten Laden hatte ich im Winter nichts gemacht. Nicht ausgebaut, keine speziellen Entlade- und Ladezyklen gefahren, einfach nichts. Wie gesagt, wir hatten noch viele andere Baustellen. Also machte ich kurzerhand auch noch einen Termin mit einem Bootselektriker aus.

Dann kam der Bootsbauer und wir besprachen den Umfang der Arbeiten, die ich mir so vorstellte. Neben dem neuen Decksbelag wäre auch ein neuer Backskistendeckel nötig, da Feuchtigkeit in den Sperrholzkern des alten Deckels eingedrungen ist und dieser nun aufquillt. Dann hatte ich die Idee, die Gasanlage zu überarbeiten und wollte mir ein Angebot für einen Gascontainer in der Backskiste geben lassen. Zwar würden wir Platz in der Backskiste verlieren, jedoch brauchten wir auch nicht stets den vollen Segelsatz an Bord. So macht die Selbstwendefock für mich keinen wirklichen Sinn, da wir keinen Traveller für das Vorsegel haben. Natürlich kann man damit segeln, doch den Vorteil der SW-Fock können wir nicht nutzen.

Unter Deck angekommen, redeten wir über den Umbau der Pantry, denn mir schwebte ein Einbau eines kleinen Kühlschranks anstelle der zweiten Spüle und der Abstellmöglichkeit für Flaschen vor. Der Bootsbauer hob etwas abwehrend die Hände, da er kein Experte für Kühltechnik sei und eine Kühlbox von der Stange dort nicht eingebaut werden könne. Dennoch wollte er mir einen Kostenvoranschlag machen. Irgendwie kamen wir dann auf den Kiel zu sprechen und ich zeigte ihm das Problem in der Bilge. “Da ist nicht nur ein bisschen Rost ihr Problem. Das Laminat wird da in Mitleidenschaft gezogen. Der Kiel muss runter.” Ich schluckte. Das war nicht gerade das, was ich zu hören erwartet hatte. Seine Erläuterung klang auf jeden Fall logisch. Das Wasser hatte sich über die Jahre einen Weg von dem Spalt an der Außenhaut durch den dann rostenden Kiel bis ins Boot gebahnt. Dabei war das GFK-Laminat über dem Kiel immer wieder den Kräften des Wasser ausgesetzt. Insbesondere im Winter, wenn es gefror, dehnte das Wasser das Laminat und vergrößerte damit allmählich das Problem. Das Abspachteln mit Pantera würde zwar für diese Saison verhindern, das weiteres Wasser eindringt, aber die Stabilität im Rumpf müsse wieder hergestellt werden. Seiner Meinung nach blieb mir nichts anderes übrig, als in die Werft zu gehen. Dabei könnte ich dann auch die restlichen Arbeiten von der Werft machen lassen, da mich das sicher günstiger kommen würde. Auf jeden Fall sei es nett gewesen, meine Bekanntschaft zu machen. OH OOH WEEEEEH! Nachdem er gegangen war, setzte ich mich erst mal hin und dachte über das eben gehörte nach. SO SCHLIMM? Warum hatte der Gutachter letztes Jahr nichts dergleichen gesagt? Ich erinnerte mich jedoch, dass Heike und ich erst nach den ersten Fahrten bemerkt hatten, wie bestimmte Stellen feucht waren und das Wasser in der Bilge kam ja auch erst nach der ersten Fahrt mit großer Krängung.

DSC_0019Nachdem ich mich etwas gefangen hatte, ging ich zum Segelmacherladen und besorgte mir zwei Wantenklampen für die Flaggleinen, da die Klampen am Mast mit Spi-Fall und Toppnant bereits belegt waren. Und weil ich beim Packen einen kleinen Riss am Achterliek im Großsegel bemerkt hatte, brachte ich das Segel zum Flicken. Als ich es dann um sechs abholte – er ist  wirklich schnell -, meinte der Segelmacher, es wären aber sechs Risse gewesen und das Segel ist ja auch schon uralt . . . er schätze mal 40 Jahre. “35, so alt wie das Boot. Ja, ich werde mir wohl auch ein neues Großsegel kaufen müssen.” entgegnete ich etwas niedergeschlagen und dachte weiter: ‘. . . und was noch? Vielleicht noch einen neuen Motor?’

Allmählich kam ich zum Ergebnis, dass die Instandsetzungskosten dem Anschaffungspreis sehr nahe kommen würden. War es das wert? JAAAAA, keine Frage! Sowohl Heike als auch ich und auch die Kinder hatten von Anfang an das Gefühl, dieses Boot oder keines.

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. . . und sie ist wieder ein Segelboot . . .

Das Wetter war Dienstag noch ziemlich stürmisch, aber die Vorhersage für Mittwoch sah Sonnenschein und mäßigen Wind vor. Ideales Wetter um den Mast zu setzen. Doch der Reihe nach . . . am Dienstag versuchte ich noch mit Rostja, die Kühlwasserproblematik zu lösen, was uns auch halbwegs gelang. Unerwartet schaute Ole vorbei und er fragte mich, wann ich denn den Mast setzen wollte. “Ich denke morgen, wenn ich noch genug Hilfe bekomme.” Schon bot sich Rostja an und damit war die Sache geritzt.

DSC_0018Bei herrlichstem Wetter traf ich also gestern Mittag am Boot ein und ein paar Minuten später stieß Rostja dazu. Ich begann das neue Display für die Windmessanlage einzubauen, während er die frisch gelieferten Wassereinfüllstutzen vorn und an Backbord einbaute. Hier hatte ich welche mit Schlüssel bestellt, die leichter zu öffnen sind, als die alten Deckel, die mit Schraubendreher zu öffnen waren. Außerdem sind bei den neuen Stutzen Ketten zur Sicherung des Deckels vorhanden. Rostja stieß auf wenig Probleme, der Backbordstutzen war schnell ausgebaut und der neue eingepasst. Vorne gab es mehr Widerstand, da der untere Teil sich nicht lösen ließ. Mit einer Metallsäge “köpfte” Rostja den alten Stutzen und baute dann den Neuen ein. Zwar setzte er Pantera zur Abdichtung ein, doch da das Loch im Oberdeck größer ist als notwendig, werde ich zur Sicherheit das demnächst mit Epoxy von unten zukitten.

DSC_0015Meine Baustelle war die Windmessanlage, also löste ich zunächst das Instrumentenpaneel über dem Niedergang und baute das alte Autohelm Display aus. Das Datenkabel von der Masteinheit wollte ich wieder verwenden, also notierte ich mir die Belegung am Stecker sowie die Farbmarkierung, denn natürlich hat das NASA Clipper Wind andere Kabelfarben als das Autohelm. Tja, warum leicht, wenn es auch kompliziert geht. Als nächstes sägte ich die Öffnung im Paneel auf, damit das Clipper Display da reinpasste. Abschließend schloss ich alle Kabel an und baute das Paneel wieder ein. Nun sind meine Instrumente alle aus der gleichen Serie und das sieht schicker aus.

Gegen zwei war es Zeit, den Mast vorzubereiten. Also taperte ich zur Südhalle um so ein Mastwägelchen zu holen – alle weg. Mmmh, na, ich hatte ein paar Segler am Kranplatz gesehen, die den Mast schon aufgebockt hatten und ihr Wägelchen nicht mehr brauchten. Kurz gefragt und schon konnte ich den Mast aus dem Mastlager abholen. Mit Rostja hievte ich den Mast auf dem Wagen und auf dem Kranplatz angekommen dann auf die Böcke. DSC_0010Als Erstes bohrte ich die Löcher für die Halterung der Windmessanlage in den Topp (Mast – für die Nichtsegler). Dann klemmte ich den Halter ein, richte das Ganze entsprechend der Kiellinie (Längsachse) aus und schraubte die Klemmen dann fest, schon fertig.  Der Steckanschluss ging immer wieder auseinander, also musste da noch Tape ran. Als nächstes montierte ich die UKW-Antenne und die Windex (Windzeiger). Herrje, war die verbogen, aber taugen würde sie noch. Jetzt folgten die Oberwanten (seitliche Maststützen aus Stahldraht). Es dauerte etwas, bis ich begriff, wie die Wanten eingehakt werden mussten. Ich steckte die Saling (Abstandhalter für die Wanten auf halber Masthöhe) in die Halterung und schraubte die Klemme auf, damit die Want dadurch gespannt werden konnte. Kurz nach drei kam auch Gerd zu Hilfe. Und auch er mühte sich mit der anderen Oberwant ab. Beruhigend, also lag es nicht an mir. Aber jetzt hatte ich den Dreh raus und schon war die zweite Want drin. Nachdem ich verzweifelt die Schrauben für die Saling suchte und sie schließlich in einem Beutel an Bord fand, schraubte Gerd die Saling fest und wickelte sie dann mit Tape ein. Diesmal achte ich peinlich genau darauf, das die Fallen (Leinen zum Setzen und Bergen eines Segels) und Stagen (Maststützen aus Stahldraht nach vorn und hinten) richtig vor oder hinter der Saling lagen. DSC_0009Als letztes wusch ich den Mast noch schnell und band einen Tampen (Seil) für den Kranhaken unter die Saling. Ich machte zwei große Augen (Schlaufen), eine für den Haken, die andere für den Mast, so dass der Tampen nachher einfach runterrutschen würde. Und dann hieß es warten.

Inzwischen waren mehr und mehr Boote zum Mastsetzen gekommen – klar bei dem schönen Wetter. Ich fragte bei einem Pärchen nach und vereinbarte, das wir nach ihnen dran wären. Mit Rostja ging ich zum Boot zurück und verlegte die Rasalhague dann zum Mastplatz. DSC_0011Aber der ausgeguckte Platz war inzwischen von einem kleineren Boot, einer J80, belegt. ‘Och meno,’ dachte ich, ‘immer diese Vordrängler!’ Ich sprach sie kurz an. “Bei uns geht das ganz schnell.” bekam ich zur Antwort. Na gut, wir hatten ja keinen Termindruck. Hauptsache, wir kamen dran. Aus dem Bei-uns-geht-das-ganz-schnell wurde aber EINE STUNDE! Die “Profis” – zu mindestens führten sie sich so auf – hatten nämlich arge Schwierigkeiten. Mehrfach dotzte der Mast oben an das Krankabel und die Windex drohte abgerissen zu werden. Zu guter Letzt motzte der Eigner auch noch den Kranbediener an, er solle aufpassen, dass das Kabel schön vom Mast frei bleibt. Zum Motzen wechselte er aber von der Steuerbordseite auf die Backbordseite und verlagerte damit das Gewicht. Das Boot reagierte prompt und legte sich mehr nach Backbord . . . und mit dem Boot natürlich auch der Mast. Und der schwang jetzt mit Wucht gegen den Kran, dass es nur so schepperte. Passiert ist zwar nichts, außer vielleicht ein paar Kratzer mehr, aber ich sah vor meinem geistigen Auge schon den Mast abgeknickt im Bach liegen. Hektik zahlt sich eben nicht aus.

Endlich legte die J80 ab und wir rutschten mit dem Boot vor. Noch schnell die Rettungsinsel abgebaut, die war noch im Weg. Jetzt waren wir dran. Gerd bediente den Kran und kurbelte den Mast hoch, während Rostja den Mastfuss und ich die Mastspitze stützte. Erst einmal musste Rostja über die Mauerkante die Leiter runter und auf den Steg um von da dann den Mast zu führen. Hier bemerkte ich, dass ich aber mit der sich stetig hebenden Mastspitze ein Problem bekommen würde, denn so lange Arme hatte ich ja nicht. Dann fiel mir ein, das wir letztes Jahr den Mast mit dem Achterstag geführt hatten. Also löste ich das Achterstag vom Mast und wies Gerd an, den Mast hoch zu kurbeln. Rostja bekam den Mast aber so nicht an Bord. Ich übergab das Stag an einen hilfreichen Seglerkollegen und zog das Boot noch ein Stück vor. Jetzt ging es. Schnell verschwanden die Kabel durch die Öffnung im Oberdeck und der Mast konnte immer weiter aufgerichtet werden. “Hier muss doch einer die Kommandos geben!” “Warum dauert das denn so lange?” Neben mir stand vier ältere Herren, die klönten, tönten und drängelten. Wir ließen uns aber nicht drängeln, sondern machten mit Ruhe und Bedacht weiter. Inzwischen war ich mit dem Achterstag an Bord und stütze weiter ab. Recht schnell war auch der Mastfuss in der Öffnung im Oberdeck verschwunden. Dann senkte Gerd auf meine Kommandos hin den Mast etwa einen Meter ab und Rostja übernahm das Achterstag. Ich verschwand unter Deck und führte den Mastfuss jetzt auf die Mastbasis ab und achte dabei darauf, dass nicht schon wieder ein Kabel abgeklemmt wurde. “Fier ab ein Stück!” rief ich Rostja zu. Er stutze. “Ähm, absenken?” “Ja!” innerlich lachte ich über mich. Wie schwer es mir immer wieder fällt, im verständlichen Deutsch zu sprechen, wenn es um das Segeln geht. Tja, bin halt ein Seemann durch und durch – wie Gerd sagte.

Nach nur wenig Korrektur setzte der Mast auf und rastete ein. “Perfekt!” gab ich hoch. Nun wollte ich die Anschlüsse prüfen. Rostja begann dabei die Stagen und Wanten zu spannen. Weil aber die Altherrenriege schon rummoserte – sie würden ihren Mast gern noch vor Sonnenuntergang drauf haben – half ich Rostja beim Spannen und verlegte die Prüfung der Anschlüsse auf später in der Box. Der Mast stand, das Vorstag hatte etwas zu viel Spiel und das Achterstag ging nicht weiter zu spannen. Die Oberwanten hatte Rostja straff bekommen und die vorderen Unterwanten auch. “Gut, dann können wir.” sagte ich. Kaum das Gerd an Bord war und ich den Motor anwarf, lösten uns die anderen auch schon von der Pier. Wie nett! ‘Aber bitte wartet doch, bis der Skipper das Kommando dafür gibt’, dachte ich mir. Wir hatten gerade einmal eine halbe Stunde für das Mastsetzen benötigt und verlegten jetzt zurück in die Box. Ich hatte mit Rostja am Vortag geübt und so konnte er das Anlegemanöver problemlos.

Mit Gerd hängte ich den Großbaum und die Dirk (Seil, das den Baum hält) ein und fädelte den Baumniederholer durch die Rollen des Travellers. Jetzt noch das Großsegel einziehen. Allerdings musste Gerd uns dann verlassen und so zog ich mit Rostja das Segel alleine ein und erklärte ihm, wie die einzelnen Teile heißen. Wir zogen die Latten ein und spannten schließlich mit dem Liekstrecker das Unterliek. Fertig. Als Letztes bargen wir das Segel – schön abwechselnd eine Brog (Falte) nach Backbord, eine Brog nach Steuerbord – und zogen die Persenning drüber. Wir waren fix und fertig . . . nicht vor Erschöpfung, aber es reichte, schließlich war es schon kurz vor acht. Das Ankerlicht konnte ich nicht mehr prüfen, da sich das Sonnenlicht im Glas brach und man keinen Unterschied erkennen konnte. Die Windmessanlage liefert auch noch keine vernünftigen Werte . . . aber ich bin zumindest sicher, das Werte vom Mast bis zum Display kommen können. Vielleicht habe ich da doch irgendwo noch ein Kabel vertauscht. Jetzt ist das Boot bis auf ein paar Kleinigkeiten eigentlich klar zum Auslaufen.

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Jetzt ist sie wieder ein Segelboot

Was für ein Tag! Vielen Dank für die Unterstützung an Gerd und Rostja! Ihr seid prima Freunde und ein gutes Team!

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Abslippen und erste Probleme

Letzte Woche Freitag war es also endlich an der Zeit, das die Rasalhague wieder ins Wasser gesetzt werden sollte. Gegen Mittag kam ich in den Hafen und sah, dass das Slippen bereits in vollem Gange war. Nun gut, ich sollte erst am Nachmittag als letztes Boot drankommen. Die Zeit bis dahin wollte ich noch mit Kleinarbeiten überbrücken. Uns war letztes Jahr beim Sommertörn im Hafen von Ballen die Verschlusskappe für den Wassereinfüllstutzen über Bord gegangen. Dummerweise bin ich dort nicht tauchen gegangen, obwohl das Wasser sehr klar war. Wir hatten einfach den Deckel vom hinteren Einfüllstutzen, den wir nicht brauchten und der höchstens zum Fluten der Backskiste geeignet war, für den vorderen Einfüllstutzen genommen und den hinten mit Tape abgedichtet.

Jetzt sollte da aber wieder ein ordentlicher Deckel drauf. Ich bestellte daher einen Stutzen mit Deckel und Schlüssel im Internet und wollte diesen nun einbauen, aber ich bekam den alten Einfüllstutzen gar nicht ausgebaut. Zwar konnte ich die Schrauben im Oberdeck lösen und den Einfüllstutzen auch zwei bis drei Zentimeter anheben, aber dann war Schluss. Ich öffnete den Ankerkasten und sah, dass unten wohl ein Ring aufgeschraubt war.  Mit dem Schraubendreher kratzte ich etwas an dem verkrusteten Überzug und sah dabei Fasern. Mmmh, scheint eine Gewebedichtung zu sein. Mir riet jemand, das heiß zu machen, zum Beispiel mit dem Fön, den durch Wärme würde so etwas wieder gängig. Naja, sicherheitshalber werde ich nächstes Mal auch eine Metallsäge mitnehmen. Also schraubte ich den alten Stutzen wieder fest und vertagte das Thema . . . etwas, was ich gar nicht gerne mache, vertagen. Aber so ist das nun mal. Probleme tauchen immer unangemeldet auf.

Gegen halb zwei waren dann alle meine Helfe schon da und vor mir waren nur noch zwei Boote an der Reihe. Ok, ich hatte soweit alles fertig. Alle Seeventile waren geschlossen, das Antifouling lag bereit, die Festmacherleinen waren zu Führungsleinen ausgelegt. Ole und Aimo brachten dann die Heißgurte und ich stand auf dem Oberdeck bereit. Schon schwenkte der Kran herüber und ich hakte die Gurte in die Ketten ein. Runtergeklettert, Badeleiter hochgebunden und die Leiter beiseite geräumt, dann ging es mit Malerrolle an die Stellen, an denen die Rasalhague aufgepallt war. Ich pönte die Pallstellen und die Unterseite vom Kiel. Schon hob sich das Boot in luftige Höhe, während Ole und Aimo die Leinen führten, und nur wenige Augenblicke später lag sie im Wasser. Ich enterte auf und kontrollierte die Seeventile. Alle dicht. Und auch das neue Log? KNOCHENTROCKEN! Sehr schön. Also löste ich die Gurte aus den Haken und machte mich daran, den Motor zu starten. Es dauerte zwar etwas, aber er sprang an. Jedoch blieb der satte Schwall aus dem Kühlwasseraustritt aus. Ich kontrollierte das Seeventil . . . es war auf . . . ich kontrollierte den Kühlwasserfilter . . . er war leer, aber der Deckel war fest aufgeschraubt. Mmmh, was nun? “Na, nun dürfte dein Impeller hinüber sein!” meinte Aimo. Also gut, dann kontrolliere ich den auch noch. Ich schraubte das Impellergehäuse auf und dabei brach mir eine Schraube ab. MIST! Hoffentlich hält das dicht! Erst als ich die letzte Schraube löste, trat Wasser aus. Leider war ich nicht geistesgegenwärtig genug und öffnete das über einer Pütz, denn so lief mir das gesamte Kühlwasser aus dem Motor in die Bilge. OCH NÖÖÖ! Wenigstens war der Impeller einwandfrei. Kein Riss und keine spröde Stelle zu sehen. Erstaunlich, dass der auch noch eine dritte Saison halten sollte. Die Werft in Holland, bei der der Vorbesitzer das Boot warten ließ, hatte mir ja auf meine Frage nach dem Impeller geantwortet, das sie lediglich Frostschutzmittel eingefüllt hätten. Da wir das Problem nicht beheben konnten, beschloss ich dennoch in eine andere Box zu verlegen, denn unser Steg war noch für das Slippen am Samstag gesperrt.

Am Samstag verlegte ich dann mit Heike in unsere neue Box, direkt an der Promenade, so dachten wir zu mindestens. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir die falsche Nummer gemerkt. Anschließend versuchten wir die Kühlwasserproblematik zu beheben, jedoch ohne Erfolg. Dazu kam noch, dass das Landstromkabel zwar ausgelegt war, wir aber keinen Strom bekamen. Der Stecker war richtig rum rauf, aber trotzdem leuchtete die Kontrolllampe nicht grün . . . sie blieb einfach aus. Ich wollte fast aufgeben, kontrollierte aber nochmals den Stromautomaten und schaltete an den Sicherungen rum. “Jetzt!” Heike gab mir einen Daumen hoch. Aha! Na denn . . .

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Erst mit Kriechöl ließen sich die meisten Bolzen lösen
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Der Radarreflektor am Achterstag und die neue Windmessanlage (noch nicht fertig montiert)

Tags darauf sollte der Winterbock demontiert werden, aber ich wollte mich auch endlich um die zwei defekten Sachen im Mast kümmern. Die Windmessanlage und das Ankerlicht hatte ich letztes Jahr leider nicht zum Laufen gebracht. Also holten wir den Mast aus dem Lager und bereiteten ihn schon mal etwas vor. Ich pfriemelte die Dichtung an der Mastspitze ab, damit ich das Kabel der Windmessanlage durchziehen konnte. Danach verband ich das alte mit dem neuen Kabel mit Isolierband und während Heike das neue Kabel vorsichtig nachführte zog ich unten am Mastfuss das alte Kabel raus bis das neue erschien. OPERATION ERFOLGREICH, puuh! Als nächstes schaute ich mir noch das Ankerlicht an, denn das Gehäuse baumelte nur an dem Kabel und war nicht am Mast festgeschraubt. received_10209516501494510Das wollte ich ändern und schraubte das Gehäuse auf. Das Leuchtmittel war noch intakt, aber falsch eingesteckt. Der Bajonettverschluss lässt nur eine Montageart zu, jedoch konnte Heike bei ihrem Mastausflug letzten Sommer in der Dyvig nicht weit genug nach oben um zu sehen, ob die Lampe richtig eingesetzt war. Na, hoffentlich lag es nur daran. Ich schraubte das Ankerlicht fest und wieder zusammen. Jetzt mussten wir nur noch den Mast wieder ins Mastlager zurück hieven. Dabei touchierte die Mastspitze einen Busch und das Gehäuse des Ankerlichtes fiel ab und das Glas zersprang. OH NEIN! Egal, dann muss ich eben ein neues kaufen, noch ist der Mast an Land und von daher ist das nicht schwierig.

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ah, endlich . . . Rasalhagues neues Zuhause

Als Letztes verlegten wir dann die Rasalhague in ihre neue Box . . . nur ein paar Meter weiter rechts. Dann brachten wir die Sorgleinen aus und Heike band noch einen Fender an den Promenadensteg. Nur für den Fall, dass wir das Boot nicht rechtzeitig aufstoppen würden, denn hier würden uns die Heckleinen nicht gleich wieder nach hinten ziehen. Die Box ist gerade mal 10m lang. Unterm Strich ist es zwar einfacher, dafür aber enger.

Gestern war ich nur kurz am Boot um das neue Ankerlicht zu montieren. Dann schaute ich mir die Kabelführung für das Log an. Ich rätsele noch etwas, wie ich das Kabel zum Instrumentenpaneel bekomme, aber es wird mir schon gelingen. Für die anderen Arbeiten – Displaymontage der Windlupe und Wassereinfüllstutzen – hatte ich wieder einmal das nötige Werkzeug vergessen. Zuhause setzte ich mich am Abend dann hin und nähte per Hand den ersten Fenderüberzug. Ich hatte mir irgendwann mal ein Spannbettlaken gekauft, das sich leider ganz furchtbar auf der Haut anfühlt. Ein samtähnlicher Stoff . . . und in fast dem selben Rot wie Sprayhood und Persennig (und demnächst auch Steuersäulenüberzug). Mmmh, das wäre doch . . . also zerschnitt ich das Laken und nähte. Gut, ich hätte es auch mit der Nähmaschine wahrscheinlich in einem Sechstel der Zeit geschafft, doch mit der Bedienung kenne ich mich nicht aus und ich hatte keine Lust mich in die Bedienungsanleitung einzulesen.

Ach, ich freue mich schon auf das Wochenende, wenn wieder heisst . . . ANSEGELN!

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Winterlager beendet

Es ist soweit! Morgen wird unser Boot nach sechs langen, dunklen und tristen Monaten wieder ins Wasser gehoben. War das eine lange Durststrecke! Der Winter war nicht übertrieben hart, aber eben kalt und nass und natürlich stürmisch. So hatte es uns recht früh bereits die Plane zerfetzt. Auf Ersatz verzichteten wir dann, denn ein Aufziehen einer neuen Plane bei Temperaturen knapp über Null und starkem Wind wäre auf keinen Fall leicht, geschweige denn ein Spaß geworden. Das Wetter war nur selten so, dass man am Boot die notwendigen Arbeiten verrichten konnte. Zugegeben, Heike und ich hatten auch genügend andere Baustellen. Aber vor rund zwei Wochen haben wir dann doch angefangen, an der Rasalhague rum zu werkeln. IMG-20160317-WA0009Schließlich gab es einiges zu tun. Als größtes Handicap hatte ich die Kielrumpfverbindung auf der Liste. Jetzt zeigte sich nach dem Schleifen, dass die Verbindung mit nicht elastischem Epoxy abgespachtelt war. Mmmh, wie ich hörte, muss das aber elastisch sein, denn ein Kiel bewegt sich immer minimal, gerade bei solchen Verhältnissen, bei denen wir segelten, also viel Schräglage und starker Wellengang.

Nachdem ich den Spalt etwas auf geschliffen hatte, konnte ich zwei, drei Stellen ausmachen, an denen das Wasser ins Bootsinnere eingedrungen sein dürfte. Mein Winterplatznachbar berichtete mir über ähnliche Probleme und meinte, nachdem er seine Verbindung mit Pantera abgedichtet hatte, wäre seine Bilge trocken geblieben. Ok, das war einfach . . . und logisch. Pantera ist elastisch, wasserbeständig und dichtet natürlich ab. Also spachtelte ich meine Naht auch mit Pantera ab. Damit war das Unterwasserschiff klar für den Antifouling-Anstrich. Nein, noch nicht! Erstmal musste ich mich dem Skeg und dem Propeller annehmen. Im Herbst hatte ich versucht, den Propeller abzubauen, aber das gelang mir nicht. Und da die Oberfläche der Schraube noch gut ist, wäre es ja eigentlich schade um den Propeller. Die Aufklappmechanik würde aber nicht mehr zu reparieren sein. Mmmh, und wenn ich ihn fixiere? Nicht mit einem Tampen, sondern mit Pantera oder Epoxy? Nun gut. Erstmal montierte ich eine Opferanode auf die Welle, dann spachtelte ich die Abplatzer am Skeg mit Epoxy ab. Davon hatte ich reichlich angerührt . . . und im nächsten Moment hatte ich damit dann die Zahnräder des Faltpropellers zu gespachtelt.

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vorher
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nachher

 

Letztes Wochenende standen Holzarbeit und der Rumpf auf dem Arbeitsplan. Heike schleifte und wusch die Zierholzleiste. Eine fiselige und schmerzhafte Arbeit, denn sie musste ständig auf ihren Knien auf dem Oberdeck rumrutschen.

Da hatte ich es unten angenehmer. Ich seifte den Rumpf ein und sprühte ihn anschließend ab. Ein feiner Spray wurde durch den kräftigen Ostwind auf unsere Nachbarn geweht. “Der Lack ist noch nicht trocken!” Ja, sorry, aber sollten wir deshalb unsere Arbeit einstellen? Ich versuchte weniger stark zu sprühen, aber das gelang mir nicht ständig. “Der Lack ist immer noch nicht trocken!” Ja . . . Danke für die Info! Himmel, dann sag doch was du willst. Ich regte mich innerlich leicht auf. Aber letztlich waren wir dann doch fertig und beendeten für den Tag unsere Arbeit.

 

received_10209490848893211received_10209490849213219Am Sonntag fing Heike an, das Holz einzuölen, während ich den Rumpf abklebte und dann in einen Ganzkörperschutzanzug schlüpfte. Noch Handschuhe und Schutzbrille – auf den Mundschutz verzichtete ich dann doch – und los ging es mit dem Antifouling. An einigen anderen Booten wurde ebenfalls noch Antifouling aufgetragen . . . ohne jegliche Schutzvorkehrung. Naja, ist ja nur ein bisschen giftig, das Zeug. Ich jedenfalls wollte das nicht in den Haaren oder Klamotten haben. Bis zum Abend war die erste Schicht aufgebracht und Heike hatte allen Holzteilen vier Lagen Teakpflegeöl verpasst.

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Oh, wie sie glänzt . . .

Am Montagnachmittag hatte ich frei und trug dann die zweite Schicht Antifouling auf. Anschließend polierte ich den Rumpf und erfreute mich an dem Glanz, den ich dem Gelcoat entlocken konnte. Vor allem waren alle Schlieren und Spuren unsanfter Einparkversuche entfernt. Unsere Rasalhague wird noch eine echte Schönheit! Eigentlich waren wir damit schon fertig, zu mindestens mit dem Nötigsten. Aber ich verspürte jetzt den lang vermissten Elan und nahm mir für Mittwoch noch weitere Arbeiten vor. Zum Beispiel wollte ich die Sache mit dem Log nicht ganz aufgeben.

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Wie genial, ganz easy ein Log eingebaut

Gesagt, getan. Ich fuhr in den Baumarkt und besorgte mir neben den Seekartensätzen, vier neue schneeweiße Fender und das Nasa Clipper Duet – eine Kombigerät für Tiefenanzeige und Log. Ein Echolot haben wir ja, das brauche ich also nicht neu einzubauen und der Anschluss ist derselbe wie beim Nasa Clipper Depth. Im Rumpf hatte ich ja letztes Jahr bereits eine Bodenhülse entdeckt, aber der Durchmesser war zu groß für den Nasa Loggeber. Ich wollte prüfen, ob nicht die Bodenhülse vom Nasa Log in die andere Bodenhülse passt. Ich versuchte die neue Bodenhülse durch die Alte zu stecken. Durch die Farbschichten ging das so nicht. Ich versuchte es zu schrauben, schließlich hat es ein Gewinde . . . und siehe da, es passte rein. Also zog ich den Verschluss von innen raus und sägte dann die alte Bodenhülse innen knapp über der Außenhaut ab. Anschließend rührte ich Epoxy an und klebte die neue Bodenhülse ein. Die Endmontage musste aber verschoben werden, da das Epoxy erstmal aushärten muss.

IMG-20160413-WA0002Als ich den Klebestreifen vom Antifouling-Anstrich abzog, blätterte an einigen Stellen der weiße Lack vom Wasserpass ab. OCH NEE! Kurzerhand fuhr ich wieder in den Baumarkt, holte Farbe und ein anderes Malerband und strich den Wasserpass neu an. Außerdem spülte ich den Motor – das Frostschutzmittel musste ja raus.

Heute habe ich noch die zweite Schicht Lack am Wasserpass aufgetragen, aber vor allem stand heute noch der Einbau des Logs auf dem Plan sowie die Kontrolle und eventuell der Austausch des Impellers. Letztes Jahr bin ich noch mit dem Vorjahresimpeller gefahren. Gab zwar keine Probleme, aber eine dritte Saison dürfte der nicht mehr machen. Leider musste ich aus den Zeitgründen den Impeller auf morgen verschieben. Wenigstens konnte ich das Log fertig einbauen. Das Epoxy war ausgehärtet und somit konnte ich von Innen die Kontermutter mit Pantera abschmieren und aufschrauben. Danach fettete ich den Loggeber ein und führte ihn in die Bodenhülse ein und verschraubte das Ganze. Jetzt bin ich auf morgen gespannt! Hoffentlich ist das dicht . . .

Ein paar andere Arbeiten hatte ich bereits in Auftrag gegeben. So hatte ich die Sprayhood zur Reparatur zum Segelmacher gebracht, dabei hatte ich gleich einen Steuersäulenüberzug nach Maß bestellt. Bei der Sprayhood war die Naht aufgegangen, als ich mich beim Flaschenpostsegeln mal nicht mehr halten konnte und mich auf ihr abstützte. Dann stand noch der Austausch der Schoten an. Wir wollen diesmal die weiß-roten Spi-Schoten als Vorschoten verwenden, da die gelben Vorschoten vom letzten Jahr ziemlich rauh sind. Hier musste ein Augspleiß vorgenommen werden und dabei ein Schnappschäkel eingenäht werden. Das habe ich vorgestern erledigen können. Für die Lagerung der Schoten haben wir auch schon eine prima Idee. Ich möchte eine Schottasche nähen, die in die achtere Backskiste kommt. Beim Öffnen der Backskiste wird die Tasche dann automatisch vorgezogen. So muss man nicht mehr lange wühlen und alles ist schnell griffbereit.

Hier noch eine Übersicht der ToDos, die wir aber auch nach dem Slippen erledigen können:

  • Einbau der neuen Windmessanlage am Mast
  • Mastsetzen, Wanten spannen, Baum einhaken und Grosssegel einziehen
  • Backskistendeckel Bb austauschen
  • Schottasche für Backskiste achtern nähen
  • Fenderüberzüge nähen
  • Gelcoat des Oberdecks reinigen und polieren
  • Instrumententafel im Navigationsschapp zurecht sägen, ölen und einbauen
  • Frischwassertank entkeimen und spülen
  • Holz im Cockpit schleifen und ölen
  • Gräting schleifen und ölen
  • Unterteilung für Schublade unter dem Navtisch bauen
  • Unterteilung für Fach im Navtisch bauen
  • Kaffeebecherhalter bauen

Ist noch einiges zu tun, aber ein paar Sachen davon sind auch nur optional und können auch noch eine Saison warten.

Nur ich kann nicht mehr warten . . . Ich will endlich wieder raus auf’s Wasser!

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