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Endspurt

Plötzlich geht es ganz schnell. Nachdem es lange so aussah, als ob der erneut verschobene Sliptermin (8. Juni statt 1. Juni) auch nicht zu halten sei, kam gestern die Bestätigung: “Am Freitag kommt die Rasalhague ins Wasser.” UFF!

Heike und ich hatten bereits Dienstag das Antifouling aufgetragen, soweit es eben ging, denn noch war der Kiel nicht montiert. DSC_0017Dessen rostige Stellen hatte ich mit der Flex bearbeitet und anschließend mit Interprotect mehrlagig überzogen.

Auch das Laufdeck war noch nicht fertig. Das Stabdeck war zwar drauf, geklebt, verschraubt, vergossen und geschliffen, doch der Ankerkastendeckel war noch nicht fertig und die Kanten der Leibhölzer waren nur an Steuerbord bereits angeschliffen. Aber es sieht fantastisch aus! DSC_0016Eine handwerkliche Meisterleistung, das muss man deutlich anerkennen.

Unter Deck sah es schon fast so aus wie zuvor. Die Rumpfverstärkung war fertig einlaminiert, die Wrangen waren komplett neu aufgebaut und die Bilge bereits lackiert worden. Auch der Salontisch war wieder an seinem Platz. In der Mitte war eine sauber laminierte Lenzkammer auf meinen Wunsch eingebaut worden. Allerdings fehlten noch die Schläuche, Pumpe und Osculati. Etwas ratlos bin ich wegen dem Stringer, der bisher komplett fehlt. Sollte der noch eingebaut werden?

Auch die Motorinspektion wurde inzwischen durchgeführt. Bis auf Ölwechsel war soweit alles ok. Warum der Yanmar dann so geölt hatte, konnte man mir auch nicht verraten. Und dann gab es endlich eine vernünftige Lösung für den Propeller. Nachdem ich mit der Bohrmaschine und Drahtbürstenaufsatz die Schiffsschraube blank poliert hatte, konnte ich einerseits erkennen, dass die beiden Blätter vertauscht eingebaut waren. Andererseits konnten die Blätter jetzt auch ausgebaut werden. Ursprünglich wollte die Werft zwei Gewinde durch die Zahnradmechanik bohren, mit Locktite füllen und Schrauben einsetzen, jedoch war die Bronze sehr hart und das Bohren dauerte entsprechend lange und ein neuer feststehender Propeller wäre dann günstiger gekommen. Also baute man kurzerhand die Propellerflügel aus und füllte das Getriebe mit Pantera. Danach setzte man die Blätter wieder ein und kittete die Geschichte sauber ab. Natürlich! Darauf hätte ich auch kommen können. Eine wasserfeste und flexible Dichtmasse. Mein Versuch mit Epoxy war ja aufgrund der Vibration gescheitert. Hoffentlich funktioniert das mit Pantera besser.

Jedes Jahr hatte ich am Skeg und am Ruder kleinere Stellen auszuspachteln. Ein richtige Lösung konnte mir die Werft hier auch nicht anbieten. Also bog ich das Leitblech gerade und spachtelte das mit Epoxy glatt. Für die letzte Schicht nahm ich ein Gemisch aus Epoxy, Aerosil und Baumwolle. War ein Tipp von der Bootsbauer-Auszubildenden, die den Rumpf laminiert hatte. Bin mal gespannt, ob ich im Herbst doch wieder Abbröcklungen entdecke. Ich hoffe nicht.

Vor ein paar Wochen hatte ich Heikes Gutschein endlich eingelöst. Sie hatte mir einen Nähkurs geschenkt, damit ich auch was aus dem Segeltuch des alten Großsegels nähen konnte. Mein ältester Sohn hatte schon eine schicke Sporttasche bekommen. Ich hatte ja bereits letztes Jahr über die Schuhtaschen für den Bugkorb nachgedacht.

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Allerdings nahmen wir dafür dann lieber den restlichen Stoff der alten Kuchenbude, die wir bereits ausgemustert und zerschnitten hatten. Einen Samstag und einen Donnerstagabend lang nähten wir, gecoacht von Maja, an Industrienähmaschinen zwei Relingstaschen  mit Applikationen in rot und grün für Backbord und Steuerbord. Mit Klettlaschen werden sie an den Bugkorb befestigt und unten haben sie als Boden ein Netz, damit der Sand und Schmutz rausrieseln kann, und zwar nicht auf das neue Deck, sondern außenbords ins Wasser. Ab jetzt kommt keiner mehr ohne Bordschuhe an Deck, d.h. der Wechsel von Segelschuhen zu landgangstauglichen Schuhen und umgekehrt findet nicht unter Deck statt, sondern vor dem Betreten bzw. Verlassen des Bootes. Wenn sie leer sind, dann lassen sie sich prima falten und im Ankerkasten verstauen.

Den Mast hatte ich bereits vorbereitet. Als die Jungs an Christi Himmelfahrt hier waren, hatten wir versucht, das neue AIS-Antennenkabel durch den Mast zu ziehen. Mit durchschlagenden Erfolg! Anschließend baumelten auch das Ankerlicht- und das Windlupenkabel lose rum. SOOO hatte ich mir das nicht vorgestellt. Also bat ich Hauke von der Werft um Rat. Kurzerhand entfernte er oben und unten die verbolzten Platten und sah nach, ob Kabelrohre im Mast vorhanden waren. Negativ, aber es rieselte Bauschaum aus dem Mast. BAUSCHAUM? Kein Wunder, das ich mit dem Draht nicht durch kam. Hauke verlegte die Kabel wieder und legte mir noch eine Sorgleine in den Mast, falls ich noch ein Kabel ziehen wollte. Auch die Antenne war fertig moniert. Jetzt konnte ich die Kabel nach Bedarf kürzen und die Stecker anlöten. Bei der Windlupe hatte sich wieder einmal eine Ader aus der Lötpfanne gelöst. Das erklärte vielleicht die aussetzende Anzeige. Die neue Windex hatte ich bereits im Winter montiert, aber was mir fehlte, war eine Beleuchtung für Fahrten bei Nacht. Also bestellte ich schnell noch eine Windexleuchte und beschloss ein neues Kabel zu ziehen. Wie gut, das Hauke die Sorgleine gelegt hatte.

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